Traumerfüllerin Sandra Antoniazzi

Weekend: Wie fanden Sie ihre Berufung als „Weihnachtsengel“?
Sandra Antoniazzi:
Das was du täglich tust und leicht von der Hand geht ist schließlich das Ideale. Es hat sich rasch herausgestellt, dass ich es liebe, anderen eine Freude zu machen. Ich habe meinen Mann an einem 24. Dezember kennengelernt, er hat die Idee des Weihnachtsengel von Anfang an mitgetragen. Begonnen hat das Ganze aus Dankbarkeit über unser gesundes Kind im Jahr 2011. Wir wollten spenden, gingen zum VN-Ombudsmann und fragten wen wir unterstützen könnten. Mittlerweile vermitteln wir Spielsachen, die wir im Bregenzerwald bei Behmann bestellen sowie selbst produzierte Geschenke an über 1000 Kinder. Meine Mama näht himmlische Meisterwerke, mein Vater arbeitet mit Holz. Neben der Familie kamen immer mehr Unterstützende hinzu. Die Idee und der Verein wuchsen und umfassen jetzt 30 Personen. 

Weekend: Sie sagen sie haben schon viele Wunder erlebt?     
Sandra Antoniazzi:
Ja, das startete schon mit der Gründung der Weihnachtsengel und der Domain „Weihnachtsengel“ die ich überraschend übernehmen durfte, ging weiter mit den vielen Helfenden, die mir von der Vereinsgründung an zur Seite standen, die Webpage programmierten, die Geschenke organisierten. Um die Geschenke gezielt an wirklich bedürftige Kinder zu vermitteln, unterstützte uns die Kinder- und Jugendhilfe. Unser Verein Weihnachtsengel besetzt seither eine Nische, abseits von sonstigen staatlichen Förderungen. Wir schenken Freude mit Geschenken, aber auch mit Ausflügen wie z. b. Schwimmbad, Kino und Pizzaessen und Europaparkbesuchen – Wünsche, die sich manche Familie nur erträumt, aber nicht leisten kann.

Weekend: Meditation hat eine große Bedeutung für Sie?     
Sandra Antoniazzi:
Ich war ein sehr sensibles Kind und keine begeisterte Schülerin. Die Jugendzeit habe ich sehr genossen und bestimmt nichts ausgelassen. Sportlich war ich eine begeisterte Judoka. In meinen frühen Zwanzigern war ich Perfektionistin und habe mich extrem selbstkritisch  mit anderen Personen verglichen. Das hat mich 2005 in ein großes Tief gebracht, aus dem Meditation mich wieder herausgeführt hat. Es ist eine Lebensaufgabe, Selbstliebe zu lernen. Es ist ein großes Geschenk, dass ich vom Oberfläch-
lichen in die Dankbarkeit gekommen bin. Dankbarkeit war auch der Grund, warum mein Mann und ich nach der Geburt unserer ersten Tochter anderen etwas schenken wollten.

Weekend: Sie haben Expansionspläne?    
Sandra Antoniazzi:
Mittlerweile haben sich Personen aus dem Burgenland, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg bei mir gemeldet. Auch aus Süddeutschland haben sich Interessenten informiert. Ich kann mir vorstellen, den „Weihnachtsengel“ österreichweit auszurollen. Wir wachsen langsam und stetig, das wird auch mehr Infrastruktur benötigen. Zuerst wurde alles daheim gemanagt, seit März 2021 gibt es ein Geschäftslokal. Wir freuen uns über weitere Sponsoren, die diese Idee mittragen und uns mit einem fixen  Betrag für unsere Miet- und Fixkosten unterstützen. Denn wir unterstützen Kinder und Familien ganzjährig – das sind über 1000 Personen pro Jahr.

Zur Person: Sandra Antoniazzi
Geschäftsführerin „Verein Weihnachtsengel“

  • Jahrgang 1977)
  • Verheiratet, zwei Kinder, Dornbirn, Bürokauffrau
  • Werdegang: Handelsschule, kfm. Ausbildung, tätig beim TÜV-Dornbirn, Familienzeit, als Tochter Amelie in der Adventszeit 2011 zur Welt kam, Maximilian folgte 2015.
  • Auszeichnung: Nachhaltigkeitsaward der Menschlichkeit – Stunde des Herzens
  • Spendenkonto: www.weihnachtsengel.com, IBAN: AT392060200000288589
  • Hobbies: Spazieren, Joggen, Meditation
Autor: Weekend Magazin Vorarlberg, 07.12.2021