Inklusive Region Vorarlberg

Die Frage, ob Inklusion in Zeiten von Covid-19 überhaupt eine Diskussionsberechtigung hat, stellt sich nicht. Inklusion darf keinesfalls als Nebenschauplatz gedacht werden, der nur Randgruppen betrifft“, so Elisabeth Tschann, Leiterin des Fachbereichs Chancengleichheit und Behinderung im Amt der Vorarlberger Landesregierung. „Inklusion betrifft uns alle und sie kommt auch jedem zugute. Bedeutet sie doch nicht mehr – aber vor allem auch nicht weniger – als jede und jeden in allen Lebensbereichen ganz selbstverständlich teilhaben zu lassen: in der Schule, am Arbeitsplatz, beim Wohnen, in der Freizeit.“

Vielfalt

Eine inklusiv denkende Gesellschaft teilt nicht in Kategorien von „normal“ und „anders“. An diesem Punkt trennt sich die integrative Haltung von der der inkludierenden. Der Unterschied: Integration denkt in Mehrheiten des Normalen, die je nach Möglichkeiten die „Anderen“ mit einbeziehen. Inklusion hingegen sieht die Vielfalt als selbstverständliches Zusammenspiel aller Individuen.

Ich freue mich, den Prozess ‚Inklusive Region Vorarlberg‘ gemeinsam mit allen Beteiligten weiter zu entwickeln und voranzutreiben, denn Inklusion ist ein echter Mehrwert für alle in unserer Gesellschaft – es ist eben ganz normal, verschieden zu sein! Martina Rüscher, Landesrätin für Gesundheit & Sport

Partizipativer Lernprozess

Seit 2008 werden unter der Kampagne „Chancen leben“ durch die Vorarlberger Landesregierung jährlich Mut machende Vorzeigebeispiele für gelungene Inklusion in sämtlichen Lebensbereichen vor den Vorhang geholt. Vor rund eineinhalb Jahren startete das Land Vorarlberg außerdem den Prozess „Inklusive Region Vorarlberg“. LR Martina Rüscher zu den aktuellen Entwicklungen: „Inklusive Region Vorarlberg“ ist ein Prozess, der die Stimmen vieler Menschen einbezieht. So entwickeln u. a. Betroffene, GemeindevertreterInnen, PädadogInnen, Angehörige, InteressensvertreterInnen oder FachexpertInnen die Ziele, Arbeitspakete und messbaren Indikatoren. Es ist ein Vernetzungsraum entstanden, der uns miteinander lernen lässt und auch während der letzten Monate wichtige Erkenntnisse hervorgebracht hat.“ Gerade unter dem Brennglas der Krise sei noch deutlicher erkennbar, wo Ausgrenzung passiere, aber auch, wo Inklusion bereits gelebt würde.

Inklusive Region Vorarlberg

Mit dem mehrjährigen Prozess „Inklusive Region Vorarlberg“ will das Land Bewusstsein schärfen und Maßnahmen hin zu einem inklusiven Miteinander setzen. Dabei wird die Beteiligung möglichst vieler Menschen angeregt. Ziel ist ein Leitbild mit konkreten Maßnahmen, wie Vorarlberg zu einer inklusiven Region werden kann. Nächste geplante Schritte sind Bürgerräte mit Unternehmen und Gemeinden, Workshops mit Jugendlichen, Kamingespräche auf Verwaltungsebene, ein Policy-Lab und weitere vernetzende Veranstaltungen. Interessierte finden alle Infos unter www.vorarlberg.at/chancenleben 

Autor: Claudia Weiss , 16.09.2020