Nach CL-Finale: Schwere Ausschreitungen in Paris – dutzende Festnahmen in der Nacht
Paris nach dem Champions-League-Triumph von Paris Saint-Germain: Nach dem Sieg gegen den FC Arsenal ist es am Samstagabend zu schweren Ausschreitungen in Paris gekommen. Die Feierlichkeiten eskalieren in mehreren Stadtteilen und werden von Gewalt überschattet.
Paris: Ausschreitungen nach CL-Sieg
Nach dem Triumph von Paris Saint-Germain in der Champions League ist es am Samstagabend in Paris zu schweren Ausschreitungen gekommen. Der Klub hat das Finale gegen den FC Arsenal in Budapest im Elfmeterschießen mit 4:3 gewonnen und damit seinen Titel erfolgreich verteidigt. Es ist der zweite Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte. Die Feierlichkeiten in der französischen Hauptstadt sind damit von Gewalt begleitet worden.
Spannungen schon vor dem Finale
Bereits im Vorfeld des Endspiels ist es zu Zwischenfällen gekommen. In Budapest sind Fans beider Mannschaften aufeinander losgegangen. Die Polizei hat von Schlägereien zwischen mehreren Anhängern gesprochen und Ermittlungen wegen kollektiver Randalierung eingeleitet.
Champs-Élysées im Zentrum der Eskalation
Was in Paris als ausgelassene Feier begonnen hat, ist in mehreren Teilen der Hauptstadt in Gewalt umgeschlagen. Laut Behörden sind rund 80 Personen festgenommen worden, 45 davon sind in Polizeigewahrsam genommen worden.
Besonders auf den Champs-Élysées hat sich die Lage im Laufe des Abends deutlich verschärft. Gruppen von Vermummten sind dort wiederholt mit Einsatzkräften aneinandergeraten. Dabei sind Feuerwerkskörper und Wurfgeschosse gegen die Polizei eingesetzt worden. Mit Tränengas haben die Sicherheitskräfte versucht, die Menschenmengen zu zerstreuen und weitere Angriffe zu verhindern.
Die Auseinandersetzungen haben sich über mehrere Stunden hingezogen und sind erst spät in der Nacht abgeklungen.
Gewalt zieht sich durch mehrere Stadtteile in Paris
Die Vorfälle haben sich nicht auf einen einzelnen Ort beschränkt. In verschiedenen Teilen von Paris ist es zu Zwischenfällen gekommen, wobei die Gewalt von einzelnen Gruppen ausgegangen ist.
Eine Bushaltestelle ist beschädigt worden, zudem sind weitere Sachschäden gemeldet worden. Nahe dem Parc des Princes sind eine Bäckerei und ein Restaurant betroffen gewesen. Zusätzlich sind Fahrzeuge in Brand gesetzt und Rauchkörper gezündet worden.
Angaben zu möglichen Verletzten liegen aktuell noch nicht vor.
Großaufgebot sollte Eskalation verhindern
Die Behörden haben sich im Vorfeld bereits auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet und ein massives Sicherheitskonzept umgesetzt. Rund 8.000 Polizisten sind allein in Paris zur Sicherung der Feierlichkeiten im Einsatz gestanden, landesweit etwa 22.000 Einsatzkräfte.
Im Hintergrund steht die Erinnerung an die Feierlichkeiten beim Champions-League-Sieg im Vorjahr. Nach dem damaligen Triumph von PSG ist es in Paris zu besonders schweren Ausschreitungen gekommen. Ganze Straßenzüge waren betroffen, Einsatzkräfte standen teilweise über Stunden im Dauereinsatz. Rund 700 Feuer wurden registriert, viele davon ausgelöste Fahrzeugbrände.
Bei den Ausschreitungen sind zwei Menschen ums Leben gekommen, knapp 200 Personen wurden verletzt. Mehr als 500 Personen wurden festgenommen.
Public Viewing mit zehntausenden Fans
Während sich die Lage auf den Straßen zugespitzt hat, sind die Feierlichkeiten im Stadion weitgehend ruhig verlaufen. Zehntausende Fans haben das Finale im Parc des Princes verfolgt. Das Stadion, das Platz für 40.000 bis 48.000 Zuschauer bietet, ist nahezu vollständig gefüllt gewesen.