Motorrad: Fahrsicherheit ist Trumpf

Motorradfahren macht richtig Spaß, ist aber auch mit einem gewissen Risiko behaftet: In Tirol starben im Vorjahr sechs Motorradfahrer, 2019 waren es elf, knapp 500 Motorradfahrer wurden laut VCÖ im Straßenverkehr verletzt. Und gerade der Frühling ist eine Zeit, in der besonders häufig etwas passiert, wie Thorsten Kolb, leitender Instruktor PKW & Motorrad im Fahrtechnikzentrum Zenzenhof des ÖAMTC, bestätigt: „Es braucht eine Aufwärmphase nach dem Winter. Man kann nicht am Ende der letzten Saison anschließen, sondern sollte sich erst wieder an die Maschine gewöhnen. Und man darf auch nicht die anderen Verkehrsteilnehmer unterschätzen, diese sind auch keine Motorradfahrer mehr gewöhnt. Die Risikoeinschätzung sollte dementsprechend angepasst werden.“

Saisonstart

Egal ob alter Hase oder noch recht am Beginn der Motorradkarriere, eine gute Vorbereitung tut also in jedem Fall gut – und das ist den Bikern auch durchaus bewusst. „Wir haben bei unserem Motorrad Warm Up viele Wiederholungstäter, die Jahr für Jahr wieder kommen, denn man kann an seiner Fahrtechnik immer etwas verbessern. Und der Instruktor sieht auch oft Dinge, die dem Fahrer gar nicht bewusst sind“, erzählt Kolb.
Traning ist alles. Kein Wunder also, dass das Motorrad Warm Up des ÖAMTC (gefördert vom Land Tirol, regelmäßige Termine noch bis  21. Mai) äußerst beliebt ist, denn es deckt im Rahmen des Halbtageskurses eine Menge Trainingsinhalte ab: von Gefahren erkennen und richtig reagieren über Kurventechnik und Bremsen bis hin zu Handlingparcours. „Vor allem das Kurvenfahren ist ein Punkt, der vielen Fahrern wichtig ist“, verrät der Instruktor.

Die Kunst der Kurve

Je schneller man in eine Kurve fährt, desto stärker muss man sich in die Kurve legen, um diese zu schaffen – das ist das Prinzip der Fliehkraft. Es geht nicht darum, ans Maximum zu gehen, aber die Reserven zu kennen und im Notfall auf diese zurückgreifen zu können“, so Kolb. Interessant: In der Praxis sind 45 Grad Schräglage möglich, doch der Kopf schaltet schon viel früher in den Angstmodus, nämlich bereits bei 20 Grad Neigung.  
Die Bedingungen. Für die Übungen im Rahmen der halbtägigen Praxiseinheit steht am Zenzenhof übrigens ein eigener Motorradplatz zur Verfügung – mit Slalomstrecke, Kreisbahn, engen und weiten Kurven usw. Geübt wird bei den jeweiligen Wetterbedingungen, also auf nasser oder auch trockener Fahrbahn, wie eben auch bei einer richtigen Ausfahrt. Mit einem Unterschied: „Der Asphalt ist deutlich besser als bei Straßenbedingungen, ohne die Abnutzungserscheinungen durch PKWs, dementsprechend sind die Übungsbedingungen ideal, um sein Gefährt auch besser kennen zu lernen“, erklärt Kolb.

Der Bremsweg

Auch das Einschätzen des Bremsweges und das Testen für den Notfall sind wichtige Übungen. Ebenso wie das Hineinfühlen in die anderen Verkehrsteilnehmer. Wer schafft es z.B. in einer brenzligen Situation mit 60 km/h schneller anzuhalten: ein Auto oder ein Motorrad? Was meinen Sie? Die Antwort wird hier nicht verraten, die gibt es im Warm Up Kurs.  Buchungen sind hier möglich.

Autor: Alexandra Nagiller, 09.04.2021