Landtagswahlen Tirol 2022 - FPÖ Tirol

Insgesamt sieben Parteien treten tirolweit an. Wie sehen diese die Themen, die uns bewegen? Wir haben nachgefragt. Und auch den Spitzenkandidaten ein paar Fragen gestellt. Eine Orientierungshilfe - heute mit den Antworten der FPÖ Tirol.
Autor: Alexandra Nagiller, 12.09.2022 um 16:52 Uhr

Der Kandidat persönlich

Warum der Weg in die Politik?
Ich war schon recht früh politisch aktiv. Ich bin mit 17 der Partei beigetreten und schon bei der Jugend aktiv gewesen. Ich habe früh erkannt, dass man wirklich die Möglichkeit hat, Dinge zu bewegen und Positives für die Menschen bewirken kann. Dieser Ansporn ist ungebrochen.

Wo/Wie tanken Sie Kraft?
Meine Kraftquelle ist meine Familie, am besten in Kombination mit den Tiroler Bergen. Wir gehen oft wandern und im Winter Skifahren. Da kann ich am besten Kraft tanken.

Worauf freuen Sie sich am meisten nach der Wahl?
Auf ein ausgiebiges Wochenende mit meiner Frau und Tochter ganz ohne Politik.

Ihre größte Stärke/Schwäche?
Mir wird immer attestiert, ich sei zielstrebig und fleißig. Böse Zungen sagen, ich wäre ein Workoholic. Meine größte Schwäche ist wohl gutes Essen.

Persönliches Anliegen

Was noch nicht genannt wurde, sind die Bereiche Migration und Sicherheit, was freiheitliche Kernthemen sind. Wir müssen endlich Ordnung ins Asylchaos bringen und die Einwanderung in unser Sozialsystem unterbinden. Die Kriminalitätsstatistiken sind seit 2015 eine einzige Katastrophe. Gerade im Bereich der schweren Körperverletzung und bei sexuellen Übergriffen bis zu Vergewaltigungen sind die Zahlen teils explodiert. Deshalb braucht es dringend einen Schubumkehr und endlich eine klare Trennung zwischen Asyl und Migration.

Teuerung und Energiepreise

Die Teuerung ist unser dringlichstes Problem, welches unverzüglich angegangen werden muss. Die Tiroler sind jetzt schon an ihren Grenzen. Wocheneinkäufe sind schon 20 Prozent teurer geworden, von den Energie-, Strom- und Spritpreisen ganz zu schweigen. Es wurde bereits zu viel Zeit verloren, leider wurden unsere Vorschläge – 21 Sofortmaßnahmen – salle weggewischt. Auch die Forderung nach einem Teuerungs-Sonderlandtag fand keine Unterstützung. Wir müssen also davon ausgehen, dass wir die Einzigen sind, die den Ernst der Lage erkannt haben. Wir brauchen sofort einen Preisdeckel auf Energie, Strom, Sprit und Grundnahrungsmittel. Zudem muss die TIWAG, die immerhin den Tirolern gehört, die Gewinne, die durch die Teuerung erwirtschaftet wurde, an die Tiroler ausschütten. Damit kann viel abgefedert werden. Tirol muss leistbar bleiben!

Bildung

Was die Schule allgemein anbelangt, ist es unser Ziel, am Ende der Schullaufbahn eigenverantwortliche, mündige und kritische Staatsbürger vorzufinden. Wichtig ist, das differenzierte Schulsystem beizubehalten und zu modernisieren. Bildung ist aber nicht nur Schule, sondern auch Lehre, die wir aufwerten und attraktiveren wollen. Zudem braucht es neue Lehrberufe, wie etwa im Bereich der Pflege oder im Tourismus. Ausbildung und Bildung zählen zu unseren größten Stärken. Leider wurde der Lehrermangel völlig verschlafen, obwohl dies optimal geplant werden könnte.

Transit undd Verkehr

Solange die EU den freien Warenverkehr über die Gesundheit der Bevölkerung stellt, wird dieses Problem nicht in den griff zu kriegen sein. Deshalb braucht es eine wehrhafte Landesregierung, die auch nicht vor Konfrontation zurückschreckt. Wir brauchen „Kampfmaßnahmen“, wie etwa die Blockade der Europabrücke oder dergleichen, bis es die Technokraten in Brüssel kapieren. Daneben müssen wir natürlich eng mit unseren Nachbarregionen Bayern und dem Trentino zusammenarbeiten, damit das Jahrhundertprojekt Brennerbasistunnel gelingt.

Klimaschutz

Zuvorderst muss jedem klar sein, dass fast jede Klimaschutzmaßnahme einen Umwelteingriff bedeutet. Für uns ist Umweltschutz Heimatschutz, weshalb wir hier Besonnenheit und Augenmaß einfordern. Tirol ist in vielerlei Hinsicht gesegnet. Wir könnten einen Großteil unseres Energiebedarfs mit heimischer Wasserkraft decken, weshalb wir einen Ausbau der Tiroler Wasserkraft fordern. Wir müssen aber die UVP-Verfahren verkürzen. Es kann nicht sein, dass der Bau eines Wasserkraftwerkes 20 Jahre oder mehr dauert. Wenn möglich, sollte jede Gemeinde sein eigenes Wasserkraftwerk besitzen. Zudem ist nicht verständlich, warum nicht längst alle öffentlichen Gebäude mit Photovoltaikanlagen ausgestattet wurden. Mit diesen Maßnahmen wäre viel getan und der Eingriff in die Umwelt so minimal wie möglich gehalten.

Wohnen

Was das Thema leistbares Wohnen anbelangt, gibt es vier Kernbereiche, die angegangen werden müssen. Zum einen ist das den Zuzug zu drosseln, um Druck vom Wohnmarkt zu nehmen. Zweitens müssen illegale Freizeitwohnsitze, endlich mit Nachdruck bekämpft werden. Das darf nicht einfach auf die Gemeinden abgewälzt werden. Drittens muss dem Spekulantentum der Kampf angesagt werden und viertens der soziale Wohnbau in den Gemeinden gefordert und gefördert werden. Dass für uns Tiroler leistbarer Wohnraum zur Verfügung steht, muss oberste Priorität haben. Auch in Zukunft sollen sich junge Familien noch den Traum vom Eigenheim erfüllen können und das Land nicht ausverkauft werden. Das ist unser Ziel.

Familie

Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft, weshalb hier vielmehr gefördert werden muss. Es darf nicht sein, dass die Entscheidung für Kinder eine rein finanzielle ist. Für uns steht die Wahlfreiheit im Zentrum. Zum einen muss die Möglichkeit zur Kinderbetreuung flächendeckend gegeben sein. Zum anderen soll aber auch durch ein Familiengeld (Stichwort: Berndorfer Modell) die Möglichkeit bestehen, die Kinderbetreuung selbst zu übernehmen. Wir bezahlen und fördern jeden für die Kinderbetreuung, nur nicht die eigenen Eltern. Wahlfreiheit umfasst für uns nämlich auch, die Entscheidung die Kinderbetreuung selbst zu übernehmen.