Auto-Zulieferer schließt Tiroler Werk: Das passiert mit den Arbeitern
Harte Nachricht für den Wirtschaftsstandort Tirol: Der Automobilzulieferer Veritas schließt mit Ende des Jahres seinen Produktionsstandort im tirolerischen Mieders im Stubaital. Von der geplanten Schließung sind rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen. Während die Produktion schrittweise ins Ausland verlegt wird, stehen für die Belegschaft bereits Unterstützungsschritte und neue Jobchancen im Raum.
Ein ausgearbeiteter Sozialplan soll die Folgen für die betroffenen Beschäftigten abfedern.
Aus für Veritas-Standort in Mieders
Die Entscheidung über das Ende der Produktion der Veritas Austria GmbH im Bezirk Innsbruck-Land ist gefallen. Die Veritas-Gruppe, die nach einer Insolvenz im Jahr 2020 im Jahr 2024 vom US-amerikanischen Automobilzulieferer HDT Automotive Solutions übernommen wurde, verlegt die Fertigung aus Kostengründen in ein Niedriglohnland.
Der Standort in Mieders wurde bereits in den vergangenen Jahren schrittweise verkleinert: Während 2012 noch etwa 330 Personen im Stubaital beschäftigt waren, verbleiben zuletzt rund 90 Mitarbeiter – der Großteil davon im Produktionsbereich. Obwohl das Werk nach Angaben der Unternehmensführung stets profitabel wirtschaftete, führten die europaweite Krise in der Automobilbranche sowie gestiegene Lohnkosten schlussendlich zum Aus.
Chancen am Arbeitsmarkt: AMS sieht gute Perspektiven
Trotz der Hiobsbotschaft gibt es für die betroffenen Beschäftigten Hoffnung auf dem Tiroler Arbeitsmarkt. Das Arbeitsmarktservice (AMS) Tirol reagierte umgehend und kündigte rasche Unterstützung an. Nach Einschätzung von AMS-Landesgeschäftsführerin Sabine Platzer-Werlberger gegenüber dem ORF werden Fachkräfte im industriellen Bereich in der Region weiterhin dringend gesucht.
Das AMS möchte den rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zügig passende alternative Jobangebote vermitteln. Der hohe Bedarf an qualifiziertem Personal in Tirol stimmt die Experten zuversichtlich, dass der Großteil der Betroffenen schnell eine neue Anstellung finden wird.
Wirtschaftskammer: Schwarzer Tag für Tiroler Industrie
In der Tiroler Wirtschaft rief die angekündigte Schließung bei Veritas Besorgnis hervor. David Lindner, Spartenobmann in der Wirtschaftskammer Tirol, bezeichnet die Nachricht gegenüber dem ORF als „schwarzen Tag“ für die heimische Fahrzeugindustrie. Der Vorfall zeige deutlich, dass an der Verbesserung der Standortqualität gearbeitet werden müsse, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Wirtschaftskammer fordert konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe. Dazu zählen Senkungen der Energiepreise, der Verzicht auf zusätzliche Lohnnebenkosten sowie der Abbau von Bürokratie. Auch Vorschläge wie die Einführung einer Lkw-Maut auf Bundesstraßen erteilte die Kammer eine Absage, um weitere Abwanderungen von Industriebetrieben zu verhindern.