Weihrauch, Myrrhe und Gold trotz Corona: So findet die Dreikönigsaktion heuer statt

Die Sternsinger haben es heuer wirklich nicht leicht: Da die Aktion jedes Jahr am 27. Dezember startet und bis 6. Jänner läuft, fällt sie direkt in den dritten Lockdown. Doch die österreichischen Pfarren sind kreativ und haben sich einiges überlegt, sodass Caspar, Melchior und Balthasar ihren Weg auch in diesem Jahr trotz Corona in die Häuser finden. "Der Segen kommt in diesem Jahr vielfältig, ganz sicher aber mit viel Sicherheit", betont Julia Radlingmayer, die Referentin der Dreikönigskation. Auch sie ist von der Kreativität der Kirche begeistert: "Das ganze Jahr schon bemühen sich die Pfarren, Wege zu finden, Gottesdienste und Co. abzuhalten. Sie sind sehr flexibel." 

Mit Abstand, per Post oder Video

Dabei gibt es vorrangig drei Möglichkeiten, wie die Aktion heuer umgesetzt wird. "Teilweise sind Gruppen unterwegs, aber es sind wenige", meint Radlingmayer. Dann wird natürlich strengstens auf Hygienemaßnahmen geachtet. Neben Weihrauch, Myrrhe und Gold ist Desinfektionsmittel in diesem Jahr unerlässlich. Die Könige werden keine Wohninnenräume betreten, Abstand halten und nicht nur Kronen, sondern auch Masken tragen. Auch das Singen wird nicht empfohlen, der Segen wird über die Sprüche übermittelt. Bei der Gruppenzusammenstellung wird darauf geachtet entweder Familien oder Kinder zu nehmen, die sowieso in Kontakt sind. Die Devise lautet: Je kleiner die Truppe, desto besser.

Aber auch über den Briefweg oder per Video findet der Segen dieses Jahr seinen Weg in die Häuser. "Viele führen die Aktion heuer aus, indem sie Kuverts mit Informationsblättern, dem Türsegen, Stickern etc. in die Briefkästen werfen. Andere Gruppen haben wiederum Videos aufgenommen, die dann verschickt werden", erzählt die Referentin. Die Möglichkeit, kontaktlos zu spenden, gibt es durch den Zahlschein schon seit längerer Zeit. Heuer finden sich auf den Informationsblättern auch QR-Codes mit denen man direkt über das Smartphone spenden kann. 

 

Unterstützung für jene, die es wirklich brauchen 

Die Sternsingeraktion ist zu einer essentiellen Unterstützung für jene geworden, die es wirklich brauchen. Das Ziel ist es, Leben zum Besseren zu wenden. Jedes Jahr können durch das gesammelte Geld rund 500 Hilfsprojekte in 20 verschiedenen Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika unterstützt werden. 2021 liegt der Fokus auf Indien. Der Klimawandel setzt vor allem den südindischen Bundesstaaten zu - Dürrephasen sorgen für Missernten und Hunger, Stürme und Starkregen vernichten die Felder. Gleichzeitig sorgt auch die Pandemie für harte Bedingungen: Durch den Zusammenbruch der Wirtschaft im Lockdown verloren Millionen Inder ihr Einkommen und ihre Lebensgrundlage. Viele haben kaum einen Zugang zu ärztlicher Versorgung oder Medikamenten. Die Aktion hilft den Menschen dabei, kleine Speicher für Regenwasser zu bauen, "Küchengärten" für Obst und Gemüse anzulegen oder versorgt sie mit Hygieneartikel.

Letztes Jahr wurden alleine in Graz 3.259.185,42 Euro gesammelt. Österreichweit kam es somit zu einer Summe von 18.437.833,92 Euro. Falls es also dieses Jahr an Ihrer Tür klingelt, können sie ruhig aufmachen und jene Leute unterstützen, die sich darum kümmern, dass trotz Corona die Aktion stattfinden kann - die Sternsinger und ihre Projekte werden es ihnen danken. 

Spenden:

Wer online spenden möchte, kann das auch hier tun: Bitte spenden! - Dreikönigsaktion, Hilfswerk der Katholischen Jungschar (dka.at)

 

 

Autor: Cornelia Scheucher, 22.12.2020