Steirische Krankenhäuser gegen Lebensmittelverschwendung

Das LKH Graz II geht mit gutem Beispiel voran.
Autor: Melanie Ogris, 29.09.2022 um 13:55 Uhr

In Österreichs Krankenhäusern fallen zwischen 15.000 und 25.000 Tonnen Lebensmittelabfall pro Jahr an. Mit dieser Menge könnte eine Stadt in der Größe von Leoben bis zu 1,5 Jahre lang ernährt werden. Das Land Steiermark unterstützt Initiativen wie United Against Waste, die Betriebe bei der Abfallvermeidung begleiten. So auch die KAGes, die bei der Lebensmittelabfallvermeidung bereits erste Erfolge erzielen konnte und Lebensmittelabfällen den Kampf ansagt.

Wenn wertvolle Lebensmittel im Müll landen, ist das nicht nur eine unnötige Belastung für unser Klima, sondern auch ein enormer Kostenfaktor. Es freut mich, dass die steirischen Krankenanstalten mit gutem Beispiel vorangehen. – Nachhaltigkeitslandesrat Johann Seitinger

Schulung für Mitarbeiter

Krankenhäuser haben es bei der Vermeidung von Lebensmittelabfällen aufgrund des ständig ändernden Bedarfs an unterschiedlichen Kostformen und Mengen besonders schwer. Die steiermärkischen Krankenanstalten stellen sich dennoch diesen Herausforderungen und beteiligen sich seit Jahren an Programmen und Mitarbeiterschulungen von „United Against Waste“ – ein Unterstützungsprogramm für Betriebe bei der Lebensmittelabfallvermeidung.

Walter Mayer, Leiter der Zentralküche LKH Graz II Süd, hat seine Küchenmitarbeiter 2021 in die „Food Waste Coach“-Ausbildung geschickt: „Alle müssen beim der Lebensmittelabfallvermeidung an einem Strang ziehen. Deshalb ist es so wichtig, Mitarbeiter zu sensibilisieren.“

Mitarbeiter in Krankenhaus-Küche

Erste Erfolge

11 KAGes-Standorte nehmen am Abfallmonitoring teil und eine erste Bilanz zeigt Positives. So sanken die Lebensmittelabfallzahlen von 2021 auf das erste Halbjahr 2022 um 12 %. „Aber damit geben wir uns nicht zufrieden – Ziel ist es, den Verlustgrad bis Ende 2023 unter 30 % zu senken“, so der Umwelt- und Klimaschutzkoordinator Rudolf Elsenwenger.

Bestellsystem wird umgestellt

Wesentlich bei der Lebensmittelabfallreduktion ist der Essensbestellprozess. In einem Forschungsprojekt mit österreichischen Gesundheitseinrichtungen nahm United Against Waste das Thema genauer unter die Lupe. Einige der Ergebnisse will die KAGes nun auch in Zukunft aufgreifen: Zum Beispiel sollen Patienten vermehrt zwischen Portionsgrößen wählen, Reserveessen nicht mehr automatisch mitbestellt werden und im Mitarbeiterrestaurant auf Buffetsystem umgestellt werden.

LKH Graz II als Vorbild

Vorreiter bei der Lebensmittelabfallvermeidung ist das LKH Graz II, wo täglich etwa 3000 Mahlzeiten zubereitet werden. Dabei werden bereits erfolgreich Maßnahmen umgesetzt: „Die Kombination aus Vor- und Frischproduktion sorgt für mehr Flexibilität. Patienten bieten wir Wahlmöglichkeiten und eine gute bereichsübergreifende Kommunikation zwischen Stationen, Diätologie und Küche, hilft dabei, bedarfsgerechter zu produzieren“, so Betriebsdirektor Bernhard Haas.