Kommentar: Vom Dorftrottel zum Goldesel

In der Zeit vor dem Internet konnte der allseits bekannte Dorftrottel nämlich nur sein näheres Umfeld mit seinen geistigen Ergüssen beglücken. Mittlerweile findet er aber auf Facebook, Telegram und Co. eine schier unendliche Anzahl an Gleichgesinnten, die seinen kruden Theorien zu Chemtrails, Corona oder Echsenmenschen begeistert zustimmen und weiter befeuern.

Geschäftsmodell

Vor allem die Ikonen der Verschwörer- Szene verdienen an ihren Jüngern gutes Geld und machen sie zur ihren Goldeseln. Musiker wie Nena oder Xavier Naidoo dürfen sich nicht nur über Solidaritätsbekundungen, sondern auch über ausverkaufte Konzerte freuen. Für die Unterstützer spielt es dann natürlich auch keine Rolle, dass die Vorstellungen nach nur wenigen Songs beendet werden, weil der Künstler es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dass die Besucher sich an die Hygienevorschriften halten müssen. Ein solides Geschäftsmodell: Halbes Konzert, volle Gage und ein Aufschrei in den Medien. Auch Sucharit Bhakdi verdient mit seinen kontroversen Aussagen gutes Geld. Der Schwurbel- Professor hat mittlerweile zwei Bestseller geschrieben, die er bis vor kurzem auch noch in Diskussionsrunden eines heimischen Brause- TV-Senders bewerben konnte. Die selbsternannten Organisatoren des Widerstands bessern sich ihre Kassen mit Spenden ihrer Anhänger auf. Vorgeblich für Strafzahlungen und Gerichtskosten, die sie an den „diktatorischen Staat“ leisten müssen. Früher hätten die Dorftrottel lediglich die nächste Stammtisch-Runde zahlen müssen.

Autor: Patrick Deutsch, 18.08.2021