Grazerin fiel auf Liebesbetrug rein: Ehemann eskaliert

Eine Grazerin wurde Opfer schweren Internetbetruges – sie verliebte sich in einen ausländischen Mann, dem sie Geld überwies. Als ihr Ehemann davon Wind bekam, wollte er sie handgreiflich daran hindern.
Autor: Melanie Ogris, 27.05.2022 um 12:34 Uhr

Am Sonntag, 22. Mai 2022, riefen Hausbewohner in der Nacht die Polizei, da sie Hilfeschreie einer Frau hörten. In der Wohnung angekommen stellten Beamte fest, dass ein 49-jähriger Mann seine 48-jährige Ehefrau stark an den Armen erfasst und an den Haaren gezerrt hatte. Als Grund gab er an, dass seine Frau jeden Tag mehrere Tausend Euro an einen fremden Mann im Ausland überweisen würde.

Mann wurde handgreiflich

Der Mann wollte seine Ehefrau von den Überweisungen abhalten und ihr das Handy aus den Händen reißen, weswegen die 48-Jährige zu schreien begonnen habe. Gegen den Mann wurde ein Annäherungsverbot ausgesprochen.

Geld für die Liebe

Hinsichtlich des Betruges gab die Frau an, dass sie sich in einen Soldaten im Internet verliebt habe. Nach einigen Wochen gab der Mann an, zu ihr nach Österreich kommen zu wollen. Jedoch wäre er gefangen gehalten worden und könne nur gegen Lösegeld freigekauft werden. Daraufhin überwies die 48-jährige Grazerin mehrere tausend Euro an verschiedene türkische Konten.

Kredit aufgenommen

Als der unbekannte Mann immer noch Geld forderte, sie aber bereits ihr gesamtes Erspartes überwiesen hatte, verkaufte sie ihre Kleidung an öffentlichen Plätzen, um noch mehr Geld überweisen zu können. Zudem hatte sie bereits einen Kredit aufgenommen, um den Forderungen des Täters gerecht zu werden. Ebenfalls überwies sie Geld ihres Sohnes in die Türkei.

Der 48-Jährigen kamen keine der Forderungen verdächtig vor. Es entstand ein Gesamtschaden in der Höhe von mehreren Zehntausend Euro.