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Schild des AMS Arbeitsmarktservice vor blauem Himmel.
Arbeitsmarktservice: Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark ist im April um 3,7 Prozent gestiegen.
Arbeitsmarktservice: Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark ist im April um 3,7 Prozent gestiegen.
Weingartner Foto / picturedesk.com

Arbeitslosigkeit steigt: Diese Jobs sind plötzlich gefährdet

05.05.2026 um 08:43, Yunus Emre Kurt
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Arbeitsmarktservice: Die Arbeitslosigkeit in der Steiermark steigt, besonders stark trifft es plötzlich Akademiker. Das AMS sieht einen tiefgreifenden Wandel.

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Die Zahl der Arbeitslosen in der Steiermark ist im April erneut gestiegen. Insgesamt waren rund 38.000 Menschen beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldet, ein Plus von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rechnet man jene Personen dazu, die sich aktuell in Schulungen befinden, erhöht sich die Zahl sogar auf mehr als 46.700 Betroffene. Das entspricht einem Anstieg von vier Prozent. 

Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 6,5 Prozent und ist leicht über dem Vorjahresniveau. Das AMS spricht dennoch von einem moderaten Anstieg, allerdings mit auffälligen Entwicklungen in einzelnen Gruppen.

Akademiker besonders betroffen

Auffällig ist vor allem die Situation bei Menschen mit akademischem Abschluss. Von den zusätzlich registrierten Arbeitslosen entfällt ein großer Teil auf diese Gruppe. Insgesamt ist die Zahl arbeitsloser Akademiker im Jahresvergleich um 28,6 Prozent gestiegen. Aktuell sind mehr als 3.600 Personen mit Hochschulabschluss ohne Job. 

Für AMS-Steiermark-Geschäftsführer Karl-Heinz Snobe ist das ein klares Signal: „Ein akademischer Abschluss ist längst keine Garantie mehr für Beschäftigung.“ Die Zahlen zeigen, dass auch hochqualifizierte Arbeitskräfte zunehmend von Unsicherheiten am Arbeitsmarkt betroffen sind.

Künstliche Intelligenz als Treiber

Ein wesentlicher Faktor für diese Entwicklung ist laut AMS der technologische Wandel. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz verändert die Anforderungen in vielen Berufen. Tätigkeiten werden automatisiert, gleichzeitig entstehen neue Aufgabenbereiche. 

Snobe betont jedoch, dass dieser Wandel nicht ausschließlich negativ zu sehen sei: „Der Arbeitsmarkt steht nicht vor einem Einbruch, sondern vor einem Umbruch.“ Entscheidend sei es, sich anzupassen und neue Kompetenzen zu erwerben. Gerade Akademiker hätten hier gute Voraussetzungen, um sich weiterzuentwickeln und neue Chancen zu nutzen.

Unterschiede zwischen den Gruppen

Ein genauer Blick zeigt, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen betroffen sind. Die Arbeitslosigkeit bei Frauen ist deutlich stärker gestiegen als bei Männern. Während es bei Frauen ein Plus von über sieben Prozent gab, fiel der Anstieg bei Männern vergleichsweise gering aus. 

Auch ältere Arbeitnehmer kämpfen stärker mit steigender Arbeitslosigkeit. Bei den über 50-Jährigen lag der Zuwachs bei mehr als fünf Prozent. Junge Menschen unter 25 hingegen konnten von einer positiven Entwicklung profitieren, in dieser Gruppe ging die Arbeitslosigkeit sogar zurück.

Steiermark über Bundesschnitt

Im Vergleich zu anderen Bundesländern fällt der Anstieg in der Steiermark höher aus. Österreichweit lag das Plus im April bei 2,7 Prozent. Damit entwickelt sich der steirische Arbeitsmarkt etwas schwächer als der Bundesdurchschnitt. 

Regional zeigen sich ebenfalls Unterschiede: Während einige Gebiete wie Gleisdorf oder Liezen einen Rückgang verzeichnen konnten, stieg die Arbeitslosigkeit in anderen Regionen deutlich an. Besonders stark betroffen ist Mürzzuschlag, wo es fast zwölf Prozent mehr Arbeitslose gibt als noch im Vorjahr.

Branchen im Wandel

Auch in den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigt sich ein differenziertes Bild. Besonders stark betroffen sind Branchen wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau sowie die Industrie. Rückgänge gab es hingegen unter anderem im Handel, im Verkehr sowie im Tourismus.

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