Hagel-Chaos: Salzburg wird plötzlich weiß
Außergewöhnliche Bilder aus dem Pongau: Ein heftiges Gewitter hat Wagrain am Montagabend stellenweise in eine winterliche Landschaft verwandelt. Innerhalb kürzester Zeit türmten sich enorme Mengen kleinkörnigen Hagels auf Straßen und Flächen. Der Verkehr wurde dadurch stark beeinträchtigt, schweres Gerät musste anrücken. Gleichzeitig sorgten Starkregen, Sturm und Muren auch in anderen Teilen des Pongaus und Pinzgaus für zahlreiche Feuerwehreinsätze.
Hagelmassen legen Straßen in Wagrain lahm
Besonders stark traf das Unwetter am Montag, dem 31. August, die Gemeinde Wagrain. Um 18.41 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr zu mehreren Einsatzstellen alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits enorme Hagelmengen auf den Straßen angesammelt.
Teilweise waren die Fahrbahnen derart bedeckt, dass der Verkehr nur noch eingeschränkt möglich war. Bilder der Feuerwehr zeigen Straßen, die trotz sommerlicher Temperaturen beinahe wie nach einem Schneefall aussehen.
Die Einsatzkräfte übernahmen unter anderem die Verkehrsregelung und sicherten einen stark betroffenen Kreisverkehr ab. Gleichzeitig mussten die wichtigsten Verkehrswege im Ort möglichst rasch wieder freigemacht werden.
Radlader unterstützen Feuerwehr
Bei den Räumarbeiten erhielt die Feuerwehr Unterstützung von der Gemeinde. Zwei Radlader und ein Traktor wurden eingesetzt, um die dicken Hagelschichten von den Fahrbahnen zu entfernen.
Für die 27 ausgerückten Feuerwehrleute blieb es allerdings nicht beim Hagel. In einem Wohnhaus war Oberflächenwasser in einen Keller eingedrungen und musste ausgepumpt werden. Außerdem wurde ein vollständig mit Wasser gefüllter Schacht entwässert.
Nach rund zwei Stunden waren die wichtigsten Arbeiten abgeschlossen. Gegen 21 Uhr konnte die Mannschaft wieder ins Feuerwehrhaus einrücken.
Muren blockieren Straßen in St. Johann
Auch im benachbarten St. Johann im Pongau hinterließ die Unwetterfront deutliche Spuren. Laut Österreichischer Unwetterzentrale fielen dort knapp 48 Liter Regen pro Quadratmeter. In St. Veit im Pongau wurden zudem Sturmböen mit mehr als 80 km/h gemessen.
Die Feuerwehr St. Johann wurde bereits um 18.27 Uhr zu mehreren Einsatzstellen alarmiert. Durch den Starkregen gingen kleinere Muren ab und brachten Schotter sowie Schlamm auf die Fahrbahnen.
Betroffen waren unter anderem die L109 und die B163. Gemeinsam mit der Straßenmeisterei und der Stadtgemeinde wurden die Ablagerungen mit Radladern beseitigt und die Straßen anschließend gereinigt. Währenddessen kam es zu kurzfristigen Sperren.
185 Feuerwehrleute im Einsatz
Auch andernorts sorgten die enormen Niederschlagsmengen für Probleme. Mehrere Bäche traten über die Ufer, wassergesättigte Hänge führten zu weiteren Muren- und Geröllabgängen.
Im Pinzgau waren vor allem Maishofen und Taxenbach betroffen. Insgesamt standen laut Landesfeuerwehrverband 185 Feuerwehrleute wegen des Unwetters im Einsatz.