Opa allein zu Haus – Tipps gegen Einsamkeit

Eingeschränkte Mobilität, Freunde, die erkranken oder versterben, Angehörige, die wenig Zeit haben oder weit weg wohnen – Einsamkeit im Alter kennt viele Gründe und wird durch die Corona-Pandemie mehr denn je zum Thema. Zahlen bestätigen, dass sich gerade aktuell viele alte Menschen als Gefangene im eigenen Zuhause fühlen. Was aber lässt sich gegen Einsamkeit und Langeweile unternehmen? Im ersten Schritt geht es darum, die Lebensfreude und Neugierde (neu) zu wecken. Begeisterung kennt kein Alter – vielmehr geht es oftmals darum, sich und seinen Angehörigen mehr zuzutrauen.

Moderne Techniken nutzen

Warum sollten ältere Menschen nicht lernen können, mit Smartphones, Laptops und Co umzugehen? Immerhin öffnen diese Geräte die Tür zur Welt außerhalb der eigenen vier Wände – und mit etwas Geduld lernen auch Senioren das Verschicken und Öffnen von Nachrichten oder die Teilnahme an Videocalls und virtuellen Familientreffen schneller als gedacht.

Moderne Technik nutzen | Credit: Colourbox.de/Aleksandr

Gesellschaft organisieren

Einsame Menschen wünschen sich vor allem eines: Gesellschaft. Ein Gespräch oder ein Spaziergang kann ein Lichtblick im Alltag sein. Stehen Familie und Freunde dafür nicht zur Verfügung, kann unter anderem der Besuchsdienst des Diakoniewerks kontaktiert werden. Das Freiwilligen-Netzwerk bietet Hilfestellung bei alltäglichen Dingen (Postwege, Einkäufe, …) und organisiert regelmäßige, verlässliche Senioren- Besuche, bei denen gemeinsame Spaziergänge oder Freizeitaktivitäten ermöglicht werden. Nähere Informationen hierzu findet man online unter www.diakoniewerk.at.

Kontakte knüpfen

Werden neue Bekanntschaften gesucht, sind ältere Menschen auch in den Seniorentageszentren des Hilfswerks Salzburg richtig. Das Angebot wird während der Corona-Pandemie aufrechterhalten, dafür wurden alle nötigen Schutzmaßnahmen getroffen. Die Gruppenaktivitäten reichen von Musizieren über Gedächtnis- und Mobilitätstraining bis hin zu Eierbemalen um die Osterzeit. Ein ungezwungenes Treffen wird auch bei „Nachbarschafts.Treffs“ ermöglicht. Dort stehen zum Beispiel Vorträge oder Handwerk- Workshops auf dem Programm. Außerdem kann man Schülern bei ihren Hausaufgaben in der Lernbetreuung helfen.

Gemeinsam spazieren | Credit: iStock.com/Ridofranz

Telefonzirkel

Hand aufs Herz: Wann haben Sie Ihre Angehörigen zuletzt angerufen? Während die Zeit für einen im Berufsleben stehenden Menschen im Nu verfliegt, kann ein Tag ohne Abwechslung unendlich lang werden. Am besten versucht man, regelmäßige Anrufe einzuplanen und organisiert einen Telefonzirkel mit Familienmitgliedern, Geschwistern und Kindern.

Gehirntraining

Wie heißt es so schön: Man lernt im Leben niemals aus. Um die grauen Zellen fit zu halten, hilft regelmäßiges Gehirntraining in Form von Sudoku, Vokabeln lernen und ähnlichem. Wer Freude an der Weiterbildung hat, kann auch im hohen Alter noch ein (Online)-Studium beginnen oder an Universitätslehrgängen und Weiterbildungsveranstaltungen teilnehmen. Informationen hierzu findet man unter anderem unter www.seniorenstudium.at.

Brieffreundschaft

Der regelmäßige Austausch mit Freunden und Gleichgesinnten wirkt der Vereinsamung entgegen. Man könnte zum Beispiel den Kontakt mit alten Bekannten wiederherstellen oder sich an die „Initiative Brieffreund“ wenden. Diese wurde 2020 von der Psychologin Ayliva Hintersteiner ins Leben gerufen. Man gibt einen Brief in ein vorfrankiertes Kuvert und schreibt die eigene Adresse als Absender darauf. Der Bereich für den Adressaten wird freigelassen. Der Brief wird nun in einem weiteren Kuvert an die „Initiative Brieffreund“ geschickt, die ihn an eine zufällig ausgewählte Person weiterleitet, die ebenfalls auf der Suche nach einem Brieffreund ist. Kontakt: Initiative Brieffreund, Postfach 0012, 3300 Amstetten.

Lesen

Warum nicht mal ein Zeitschriftenabo abschließen? Zur Wahl steht eine große Bandbreite an Special Interest-Printmedien – vom Häkel-Magazin über das beliebte Thema „Crime“ bis hin zu zahllosen History-Magazinen. Wenn das Lesen auf Grund von Sehbeeinträchtigungen schwerfällt, bieten Hörbücher und Podcasts zu verschiedenen Themen- und Interessensgebieten eine gute Alternative.

Hunde-Sitting

Tiere können wahre Wunder gegen Einsamkeitsgefühle bewirken und die Lebensfreude zurückbringen. Es muss ja nicht gleich ein eigenes Haustier sein, wie wäre es zum Bespiel mit einem Hund, der einen regelmäßig bei Spaziergängen begleitet? Auf hundelieb.com finden sich jede Menge Fellnasen, die sich in der Nähe über Ausflüge freuen würden. Bei der Anmeldung auf der kostenlosen Dogsharing- Plattform kann sicherlich jemand behilflich sein und schon steht den gemeinsamen Abenteuern im Freien nichts mehr im Weg.

Hundesitting | Credit: iStock.com/Halfpoint

Einsamkeit erkennen

  • Die betroffene Person hat kaum noch etwas zu erzählen.
  • Aktivitäten werden nach und nach eingestellt.
  • Appetitlosigkeit macht sich immer mehr bemerkbar.
  • Es wird überdurchschnittlich viel Zeit vor dem Fernseher verbracht.
  • Der Wohnbereich wird nur äußerst selten verlassen.
  • Das äußere Erscheinungsbild wird zunehmend vernachlässigt.
Autor: Sandra Eder, 24.03.2021