Salzburgs Starmaniacs im Weekend-Talk

weekend.at: Markus, woher kommt deine Begeisterung für Musik?

Markus: Das Singen war von klein an meine große Leidenschaft. Beim Autofahren habe ich immer mit meiner Mama die Songs im Radio mitgesungen und von der großen Bühne geträumt. Mit zwölf Jahren nahm ich das erste Mal an einer Castingshow teil – das war ein Highlight für mich und ich habe Blut geleckt.“

weekend.at: Und wer hat dich musikalisch geprägt, Anna? Hast du ein Vorbild?

Anna: Meine Schwester, mit der ich gemeinsam Volksmusik machte. Ich durfte ihre Musikschülerin sein und sie war sehr geduldig mit mir. Als ich mit 16 ausgezogen bin, hatte ich neue Einflüsse und tauchte in die Salzburger Musikszene ein. Diese Musiker haben mich inspiriert, geprägt und mir vieles beigebracht. Das tun sie nach wie vor.“

weekend.at: Die erste Starmania- Staffel liegt 18 Jahre zurück. War euch die Show vor dem Remake ein Begriff?

Anna: „Die Prime-Time ORF-Shows waren bei mir zuhause fast ein Ritual. Starmania durfte da nicht fehlen. Wir waren eine kritische Jury.“
Markus: „Die letzte Staffel war vor zwölf Jahren, da war ich noch ein Kind. Ein Begriff war es mir nur im Zusammenhang mit Conchita Wurst, die 2006 dabei war. Eine Bekannte hat mich heuer aufgeregt gefragt, ob ich bei Starmania teilnehme – von selbst wäre ich ehrlicherweise nicht darauf gekommen. Ich habe mir dann alte Staffeln online angesehen, um eine Vorstellung von der Show zu bekommen.“

Die letzte Staffel war vor zwölf Jahren, da war ich noch ein Kind. Markus Manzl

weekend.at: Ihr habt es ins Semifinale geschafft. Wie schätzt ihr die Konkurrenz ein?

Markus: „Die Konkurrenz ist stark, es sind extrem gute SängerInnen dabei. Das Niveau ist entsprechend sehr hoch.“
Anna: „Ich glaube nicht, dass wir KonkurrentInnen sind. Das ist oft der Fehler in der Musikszene, wir sollten uns viel mehr gegenseitig unterstützen, zusammenhalten und auf uns aufmerksam machen. Es wird immer Ohren geben, die uns gerne zuhören und die Menschen möchten meistens verschiedene Stimmen hören.“

Anna Buchegger | Credit: ORF/Günther Pichlkostner

In Zeiten wie diesen sollten Musiker gemeinsam aufstehen und auf sich aufmerksam machen. Denn ohne uns wird es still. Anna Buchegger

weekend.at: Warum habt ihr euch bei Starmania beworben?

Anna: „Ich habe mir als Musikerin einen „Save Space“ gebaut, dort trällere ich schon zu lange herum. Es ist an der Zeit, ein paar Schritte aus der Komfortzone zu wagen. Das mache ich jetzt, obwohl ich Angst habe, dass Castingshows negativ behaftet sind und mich als Künstlerin abwerten könnten. Und obwohl ich vor den Meinungen und Bewertungen der Anderen Angst habe.“
Markus: 
In erster Linie möchte ich Erfahrungen sammeln. Man bekommt viele gute Tipps und macht Bekanntschaften, die sonst nicht denkbar wären. Die Teilnahme bei Starmania hat mir gezeigt, dass ich noch sehr viel Luft nach oben habe. 

weekend.at: Was ist für euch die größte Herausforderung? Wie sehr nehmt ihr euch das Juryurteil zu Herzen?

Markus: „Mir fällt es schwer, auf der Bühne den Kopf abzuschalten. Wir singen mit In-Ear-Kopfhörern, hören uns dabei selbst und ich frage mich ständig, wie das wohl im Studio klingt. Die Kritik der Jury, mehr echte Gefühle zu zeigen, war zwar konstruktiv, aber auch sehr prägend. Für mich hat es sich nicht so angefühlt und ich habe viel darüber nachgedacht. Ich finde, man sollte Kritik beherzigen und versuchen sich zu verbessern, aber sich deshalb nicht fertig machen.“
Anna: „Meine Eltern und meine Schwester sind meine schärfsten Kritiker. Deshalb glaube ich, gut mit Kritik umgehen zu können. In nur 90 Sekunden ein Stück Musik darzubieten, womit ich zufrieden bin, ist für mich die größte Herausforderung.“

weekend.at: Was rät ihr einem Salzburger Talent in Sachen Ausbildung und musikalische Weiterentwicklung?

Markus: Ich besuche derzeit das BORG in St. Johann mit einem musikalischen Schwerpunkt. Eine direkte Musik-Ausbildung strebe ich derzeit nicht an. Dazu fehlen bei uns leider die Möglichkeiten, wenn man nicht in eine klassische Richtung gehen möchte. Deshalb ist es für auch schwierig Ratschläge zu geben. Ich bin aber der Meinung, dass man seine Leidenschaft immer verfolgen und vertiefen sollte, egal auf welche Art und Weise. Chancen, die einem das Leben bietet, sollte man ergreifen und nutzen.
Anna: Unbedingt die angebotenen Institutionen besuchen, das Musikum in Salzburg ist super organisiert. Wenn gerade keine Pandemie wütet, gibt’s dienstags im Jazzit eine coole Jamsession. Das ist zum Beispiel eine gute Gelegenheit, um sich mit anderen MusikerInnen auszutauschen, zuzuhören und später vielleicht sogar selber ein paar Töne zu spielen oder zu singen. Das Wichtigste ist wirklich: mutig sein und an sich selbst glauben.

Anna Buchegger | Credit: Anna Buchegger

weekend.at: Welchen Song würdet ihr gerne im Finale singen?

Markus: Es gibt für mich nicht wirklich einen Song, bei dem ich denke, dass ich all meine Facetten zeigen kann. Noch ist das Finale für mich auch sehr weit weg, bis dahin passiert noch viel. Aber wenn ich es schaffen sollte, hoffe ich auf einen Song, in den ich mich zu diesem Zeitpunkt reinfühlen kann. 
Anna: Ich würde selbstverständlich gerne einen meiner eigenen Songs singen.

weekend.at: Welche Schlagzeile würdet ihr gerne über euch lesen?

Markus: „Starmania: Der große Durchbruch für Markus Manzl!“ oder ähnliches. Das wäre cool, aber für mich ist nur wichtig, dass am Ende eine positive Schlagzeile dasteht.“
Anna: „Schlagzeilen über mich sind halb so wichtig. Ich würde gerne lesen, dass wir eine Pandemie besiegt haben. Oder dass keine Städte mehr niedergewalzt werden.“

 

weekend.at: Der Fall nach dem Erfolg bei Castingshows trifft manche Teilnehmer hart. Habt ihr einen Plan B?

Markus: „Ich möchte grundsätzlich mit Musik erfolgreich sein und damit später auch mein Geld verdienen. Klar wäre es schön, wenn sich ein Sprungbrett ergeben würde. Allein durch die Starmania-Teilnahme erwarte ich aber nicht, dass der große Durchbruch kommt und ich berühmt werde. Mein Plan B wäre im Bereich der TV-Branche – Moderation würde mir gefallen. Aber vorläufig steht mein Schulabschluss im Vordergrund.“
Anna: „Ich bin sehr begeisterungsfähig. Mit meinem Studium der Instrumental- und Gesangspädagogik werde ich pädagogisch ausgebildet und ich brenne dafür, irgendwann einmal ein inklusives Musikprojekt zu organisieren. Von der oder mit der Musik zu leben, egal in welcher Form, bleibt trotzdem mein Wunsch.“

Anna Buchegger im Wordrap

  • Salzburg bedeutet für mich: Ankommen
  • Meine wichtigste Bezugsperson: meine Mama
  • Wäre ich ein Tier, dann wäre ich wohl: ein rotes Eichhörnchen
  • Diese drei Eigenschaften beschreiben mich am besten: neugierig, laut, ungeduldig
  • Herzflattern hatte ich zuletzt… als der hintere Reifen meines Fahrrades kürzlich in die Straßenbahnschienen gerutscht ist. Ich habe jetzt einen Helm.
  • Ich bin verliebt in… das Leben.
  • Mein tägliches Ritual: Ich mache fast jeden Tag morgens mein Bett – ich finde das gilt!
  • Dieser Song hat meine Jugend geprägt: „Schicke, schicke Schuh‘“ von Cornelia Froboess

Markus Manzl im Wordrap

  • Salzburg bedeutet für mich: Heimat
  • Meine wichtigste Bezugsperson: meine Mama
  • Wäre ich ein Tier, dann wäre ich wohl: ein Hund
  • Diese drei Eigenschaften beschreiben mich am besten: ehrlich, zielstrebig und immer für einen Spaß zu haben
  • Herzflattern hatte ich zuletzt… bei der Entscheidung zum Starmania-Semifinale.
  • Ich bin verliebt in… Hunde. Andere Verliebtheiten bleiben vorläufig mal Privatsache (grinst).
  • Mein tägliches Ritual: Ich stehe auf und muss als erstes duschen gehen. Ohne Dusche am Morgen bin ich gleich schlecht drauf.
  • Dieser Song hat meine Jugend geprägt: Einen speziellen Song gibt es nicht.
Markus Manzl | Credit: ORF/Günther Pichlkostner
Autor: Simone Reitmeier, 17.03.2021