Zusatzausbildungen: Man lernt nie aus

Ob Marketing-Assistent, Gastronom oder Buchhalter – wer nützliche Weiterbildungen vorweisen kann, ist auf dem Arbeitsmarkt klar im Vorteil.
Autor: Simone Reitmeier, 04.02.2022 um 06:00 Uhr

Wer auf der Karriereleiter nach oben will, kommt trotz abgeschlossener Ausbildung an Zusatzqualifikationen und Weiterbildungen heutzutage nicht mehr vorbei. Welche zahlen sich aber wirklich aus?

Unternehmensziele koordinieren: Projektmanager

Um bei der Erreichung von Unternehmenszielen voranzukommen, setzen viele Firmen auf Projektmanagement-Methoden und unterteilen ihre Vorhaben in realisierbare Meilensteine. Für einen effizienten Ablauf sorgt dabei ein Projektmanager, der die Vorgaben der Geschäftsleitung im Auge behält und als Bindeglied zwischen verschiedenen Abteilungen fungiert. Zu den Aufgaben gehören die Erstellung von Termin-, Ablauf- und Kostenplänen, die Definition von Etappenzielen, die Aufarbeitung von Kennzahlen sowie die Zusammenstellung und Leitung des Projektteams. Treten unerwartete Ereignisse auf, liegt es am Projektmanagers so schnell wie möglich einen alternativen Lösungsweg zu finden.

Gastro-Profi: F&B-Manager

Hotel- und Restaurantfachkräfte können ihre Karriere mit einer Ausbildung zum F&B-Manager vorantreiben – das öffnet mitunter Türen in die gehobene Gastronomie und in die internationale Hotellerie. Das Tätigkeitsfeld umfasst die Organisation und Planung von Speisen und Getränken sowie die Abstimmung mit anderen Abteilungen (Einkauf, Personal, Controlling). Zu den Aufgaben zählen Budgetpläne, Lebensmitteleinkauf, die Kontrolle des Wareneinsatzes sowie das Entwerfen von originellen Konzepten für Restaurant, Bar, Küche und Bankett. F&B-Manager sind vor allem dann gefragt, wenn Lokale aus origineller und betriebswirtschaftlicher Sicht aufgewertet werden sollen.

Die Ausbildung zum F&B-Manager bringt's | Credit: Credit: iStock.com/Ridofranz

Nachwuchs fördern: Mentor

Mentoren sind berufserfahrene Mitarbeiter, die Nachwuchskräften unter die Arme greifen und über einen bestimmten Zeitraum deren berufliche Entwicklung begleiten. Das stärkt die Unternehmensbindung, erhöht den Wissenstransfer und fördert den Dialog innerhalb der Generationen. In Zeiten von chronischem Personalmangel leisten Mentoren wertvolle Arbeit und sind in vielen Firmen gern gesehen.

Zahlen-Jongleur: Bilanzbuchhalter

Jahresabschlüsse erstellen, Bilanzen bewerten und Empfehlungen für unternehmerische Entscheidungen geben – als geprüfter Bilanzbuchhalter erhöht man die Chancen am Arbeitsmarkt um ein Vielfaches. Und es ist auch nicht mehr weit bis zum „Controlling“, einem wichtigen Finanzmanagementbereich in großen Firmen. Bei Buchhaltern gern gesehen ist außerdem der sogenannte „Personalverrechner“. Mit dieser Zusatzqualifikation können sich Mitarbeiter um die Lohn- und Gehaltsauszahlungen sowie die Berechnung von Lohnsteuer- und Krankenkassenbeiträgen kümmern. 

Instagram, Twitter & Co: Social Media Marketing

Keine Spielerei, sondern knallhartes Business: Großunternehmen und KMU können durch gezieltes Social Media Marketing potenzielle Kunden erreichen und ihre Umsatzzahlen steigern. Eine fundierte Fortbildung in diesem Bereich macht also Sinn. Social Media Manager beherrschen den professionellen Umgang mit Sozialen Medien und kümmern sich um den Auftritt des Betriebs auf gängigen Plattformen. Dabei pflegen sie den Kundenkontakt in der Onlinewelt und wissen genau, wie man zum richtigen Zeitpunkt den passenden Content gestaltet. Neben Facebook, Twitter und Instagram gilt es auch YouTube, LinkedIn, Xing und ähnliches zu „bespielen“.

Profis in Sachen Social Media | Credit: iStock.com/ismagilov

Wortgewandt: Rhetorikkurs

Ob Team-Präsentation, Bewerbungsgespräch oder Gehaltsverhandlung – wer aus Gesprächen das Beste herausholen möchte, besucht einen Rhetorikkurs und erlernt „die Kunst der Rede“. Diese Zusatzausbildung ist für nahezu jeden Beruf ein Mehrwert, insbesondere aber für alle jene, in denen man kommunikativ viel mit Menschen zu tun hat. Dazu gehören Führungskräfte wie Team- und Abteilungsleiter, Juristen, Touristiker sowie Marketing- und Key Account-Manager.

IT-Skills: ECDL & IT-Security-Profi

Der Umgang mit einem Windows- oder Mac-Computer wird vorausgesetzt, eine nachweisebare Ausbildung, wie zum Beispiel der ECDL-Führerschein, schadet allerdings nie. Richtig gut kommen Adobe-Kenntnisse (Photoshop, InCopy, InDesign) an, insbesondere in Marketing- und anderen Kreativberufen. Wer etwas tiefer in die IT-Welt vordringen und dort beruflich Fuß fassen möchte, ist mit einer Ausbildung zum Datenanalysten, System- oder Netzwerkadministrator gut beraten. Weltweit steigt auch der Bedarf an IT-Security-Profis, die Sicherheitsrichtlinien implementieren und Unternehmen vor Hackerangriffen schützen.

IT-Skills sind gefragt | Credit: iStock.com/gorodenkoff

Teamleiter von morgen: Führungskräfteseminar

Wer seit kurzem eine Spitzenposition innehat oder in Zukunft Teamleiter werden möchte, kommt mit einem Führungskräfteseminar weiter. Dabei wird der berufliche Ist-Zustand analysiert und Führungskompetenzen werden ausgebaut. Inhalte sind außerdem Kommunikationstraining, Teambuilding und hilfreiche Konfliktmanagement-Methoden.

Sprachentalent: Fremdsprachen

Gefragte Fremdsprachen sind in Sachen Zusatzqualifikationen ein Dauerbrenner, und das werden sie auch in den nächsten Jahren bleiben. Neben den Klassikern Englisch, Französisch und Spanisch bewähren sich in international agierenden Unternehmen oder in der Tourismusbranche insbesondere asiatische Sprachen wie Chinesisch und Japanisch, aber auch Russisch, Portugiesisch und Arabisch. Die meistgesprochenen Sprachen sind neben Englisch übrigens Mandarin-Chinesisch und Hindi.