Sternchen, Binnen-I und Unterstrich: Was halten Sie von Gendern?

Jochen Höfferer (Marketingleiter Stadt Salzburg): Wir verfassen alle Schriftstücke gegendert. Dafür verwenden wir nach Möglichkeit geschlechtsneutrale Formen, wie „Studierende“ (statt Studenten). Ist diese nicht möglich, kommt der Gender-Star (*) als zeitgemäße Schreibweise zum Tragen, denn gerechte Sprache ist uns ein Anliegen.

Zoe Lefkofridi (Professorin Politics & Gender Uni Salzburg):Das Recht auf „individuelle Geschlechtsidentität“ ist seit 2018 in der österreichischen Verfassung verankert. Der gleichwertige Respekt vor allen Menschen wird in der schriftlichen Kommunikation der Paris Lodron-Universität mit dem Gender-Sternchen („Kolleg*innen“) ausgedrückt.

Hans Köhl (Geschäftsführer Heimatwerk Salzburg):Ich habe Verständnis für Bestrebungen, das patriarchale generische Maskulinum in eine neue Form zu bringen. Aber wer blickt noch durch bei Sternchen, Binnen-I, Doppelpunkt, Trema, Doppelbenennungen? Noch gibt es keine perfekte Lösung, ich frage mich, wie wir aus dem Schlamassel herauskommen.

Marion Roseneder (Senior Casino Manager Casinos Austria): Unsere Gesellschaft wird inklusiver und sensibler, auch bezüglich Geschlechteridentitäten. Das darf und soll auch unsere Sprache reflektieren. Vielleicht braucht es etwas Zeit, bis sich gendergerechtes Sprechen und Schreiben normal anfühlt, aber es ist wichtig.

Manfred Baumann (Schriftsteller): Die Sowohl-als-auch-Form finde ich am besten, das kann aber auch etwas mühsam werden. Ob mit Binnen-I, Sternchen, Unterstrich … eine ideale Form ist mir noch nicht untergekommen. Leider. Denn ich halte Gendern für wichtig. Und: Ich freue mich sehr auf die ersten Päpstinnen!

Maria-Theresa Schinnerl (Autorin und Speakerin): Dass Frauen eine Stimme bekommen, finde ich mehr als richtig. Dennoch irritiert mich in Texten und Schriftstücken ein durchgängiges Gendern. Ich habe mich dafür entschieden, darauf zu verzichten. Eine Klarstellung am Beginn empfinde ich als ausreichend.

Autor: Gert Damberger, 06.04.2021