Wie steht es um die Bachschmiede?

weekend.at:  Seit fast einem Jahr steht die Veranstaltungsbranche durchgehend still. Ist in Ihren Augen ein baldiges Ende in Sicht? Oder anders gefragt: Für wann ist das erste Event geplant?

Robotka: Wir hoffen auf Juni. Die bisherigen Veranstaltungen wurden allesamt verschoben – Gottseidank können wir Ersatztermine anbieten. Das erste große High- light wäre das Konzert von Manuel Randi am 4. Juni und wir freuen uns auch auf Alfred Dorfer am 9. Juni. Ich bin optimistisch, dass es dann klappt.

weekend.at: Was halten Sie persönlich von einer Impfpflicht als „Eintrittskarte“?

Robotka: Eine Impflicht erachte ich als nicht notwendig. Und wer sich nicht impfen lassen möchte, soll nicht von Veranstaltungen ausgeschlossen werden. Tests, Abstandsregeln, FFP2-Masken und Hygiene müssen ausreichend sein.

weekend.at: Man hört, die Bachschmiede habe das Lüftungssystem adaptiert...

Robotka: Ja, wir haben ein wirksames Präventionskonzept erstellt. Das Lüftungssystem wurde komplett auf Frischluft umgestellt, wir haben einen Fieberscreener im Eingangsbereich, viele Desinfektionsstationen und ein Wegeleitsystem. An schönen Tagen verlegen wir das Catering in den Außenbereich. Wir wären also in jedem Fall für die Wiedereröffnung gerüstet.

Die Kulturlandschaft wird nicht mehr die gleiche sein wie vor Corona.

weekend.at: Einen kleinen Lichtblick für Kulturliebhaber bieten Ausstellungen. Was genau wird in der Bachschmiede aktuell geboten?

Robotka: Wir haben im Februar unsere neue Sonderausstellung „Büro, Büro“ eröffnet, die auch gut angenommen wird. Auch unsere Puppendoktorin Karin Gugg ist sehr gefragt. Und unser Team sprüht nur so vor Ideen für kommende Ausstellungen.

weekend.at: Wie nehmen Sie als Kulturexperte die aktuelle Stimmung in Künstlerkreisen wahr?

Robotka: Die Coronakrise zeigt die gute Freundschaft zu den Künstlern und es gibt regelmäßige Kontakte – so wie mit Max Müller von den „Rosenheim Cops“ oder Eva Lind, Manuel Randi und mit Edi Jäger. Es ist sehr bedrückend zu erleben, wie die Künstler leiden – oder aus der Not heraus in anderen Berufen arbeiten müssen. Ich weiß auch von Fällen, wo schon Wertsachen verpfändet werden, um über die Runden zu kommen.

weekend.at : Ihre Frau arbeitet ebenfalls als Musikerin – wie gehen Sie privat mit der aktuellen Situation um?

Robotka: Meine Frau hatte seit einem Jahr mit den „CubaBoarischen“ gerade einmal fünf Konzerte. Es waren aber einige TV-Auftritte dabei und mit dem Titel „Dahoam is überoi“ haben sie einen Radioohrwurm eingespielt. Sie hat viel komponiert für die neue CD. Aber sie macht aktuell auch eine Ausbildung zur Tagesmutter, um sich ein zweites Standbein zu schaffen. Privat gesehen ist es ein Geschenk, viel Zeit mit unserem dreijährigen Sohn verbringen zu können. Und meine Frau ist begeistert, weil ich so oft in der Küche stehe. Mittlerweile habe ich auch zu Backen begonnen. 

Zur Person: 

Bernhard Robotka (57) arbeitet als Geschäftsführer für „Die Bachschmiede“ und war zuvor jahrelang für Radio Arabella tätig. Privat ist er mit Sängerin Yinet Rojas verheiratet.

Autor: Sandra Eder, 09.04.2021