Ukraine-Krieg: OÖ holt pensionierte Lehrkräfte zurück

193 aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche besuchen aktuell Schulen in Oberösterreich. Tendenz steigend. Die Bildungsdirektion ersucht deshalb pensionierte Lehrkäfte um Unterstützung und Begleitung der neuen Schüler.
Autor: Conny Engl, 24.03.2022 um 08:27 Uhr

Rund 3,6 Millionen Menschen sind bis Mitte März laut Schätzungen des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) aus der Ukraine in Folge des Krieges geflohen. In Österreich wurden bislang rund 24.000 Ukraine-Flüchtlinge (Stand: 23. März 2022) registriert – der Großteil sind Frauen und Kinder.

Bildung darf nicht zu kurz kommen

„Die Kinder und Jugendlichen mussten bereits genug Grausamkeit erleben, darunter soll nicht auch noch ihre Bildungschance leiden“, betonen Christine Haberlander, Präsidentin der Bildungsdirektion OÖ, und Bildungsdirektor Alfred Klampfer: „Denn Bildung ist die Chance für junge Menschen, sich für ihre Zukunft zu rüsten.“

Noch hunderte geflüchtete Kinder erwartet

Mit Stand 23. März besuchen knapp 200 aus der Ukraine geflüchtete Kinder und Jugendliche Schulen in Österreich, der Großteil davon sind Pflichtschüler. Wie viele davon in Oberösterreich bleiben und hier zur Schule gehen werden, könne man noch nicht abschätzen. Es wird aber mit einer sehr dynamischen Entwicklung der Zahlen gerechnet.

Wir rechnen noch mit hunderten geflüchteten Kindern, die hier in die Schule gehen werden, und hoffen daher auf die Bereitschaft vieler pesnionierter Lehrkäfte. – Bildungsreferentin LH-Stv. Christine Haberlander

Um auf diese Aufgabe vorbereitet zu sein, wendet sich die Bildungsdirektion aktiv an pensionierte Pädagogen. Dabei geht es zum einen um die direkte Unterstützung und Begleitung der betroffenen Kinder und Jugendliche, zum anderen um eine Entlastung und Bestärkung der Kollegen in den jeweiligen Schulen.

Engagierte Oberösterreicher

Die ersten Rückmeldungen aus den Schulen sind positiv, die Kinder werden herzlich empfangen und fügen sich schnell in den Schulalltag ein. „Seit Beginn des Krieges haben viele Oberösterreicher ihre Solidarität bekundet und Unterstützung angeboten. Auch in den Schulen wurden bereits Hilfsprojekte gestartet beziehungsweise Spendenkationen initiiert“, freuen sich Haberlander und Klamper und bedanken sich bei allen für ihre Herzlichkeit und das Engagement.