Trauriger Spitzenreiter: Oberösterreich beklagt die meisten Verkehrstoten

44 Menschen kamen im ersten halben Jahr 2021 bei Verkehrsunfällen in Oberösterreich ums Leben. Mit zehn tödlichen Radunfällen ist das Land ob der Enns auch hier negativer Spitzenreiter im Bundesländervergleich.
Autor: Conny Engl, 11.11.2021 um 10:18 Uhr

Rund 17.600 Menschen in Österreich wurden im ersten Halbjahr 2021 bei Verkehrsunfällen verletzt. Für insgesamt 151 Menschen endeten diese tödlich. Mit 44 waren in Oberösterreich die meisten Verkehrstoten zu beklagen – ein deutlicher Anstieg verglichen mit 29 verunglückten Personen im selben Zeitraum des Vorjahres. Von den 23 tödlichen Unfällen mit Fahrrad, E-Bike oder E-Scootern fallen mit 10 fast die Hälfte auf Oberösterreich.

VCÖ: Schweiz als Vorbild

Der Verkehrsclub Österreich findet, dass sich Österreich angesichts der traurigen Unfall-Bilanz ein Beispiel an der Schweiz nehmen solle. Dort gab es im ersten Halbjahr 2021 mit 86 „nur“ fast halb so viele Verkehrstote als bei uns. Dass es bei unseren Nachbarn deutlich weniger tödliche Unfälle gibt als bei uns, ist lauf VCÖ kein Zufall: „In der Schweiz gilt Tempo 80 auf Freilandstraßen, 120 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen, es gibt de facto keine Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits.“ Außerdem profitiere die Schweiz „von einem dichten Bahnnetz,  häufigen Bahnverbindungen und viel Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet.“

„Höchste Zeit für zeitgemäße Radinfrastruktur“

Weiters kritisiert der VCÖ den Ausbau der mangelhaften Radinfrastruktur hierzulande. „Es ist höchste Zeit, dass in ganz Österreich in den Regionen, Städten und Gemeinden eine zeitgemäße Infrastruktur für den zunehmenden Radverkehr geschaffen wird“, fordert VCÖ-Experte Michael Schwendinger. In den Städten sei laut Schwendinger mehr Tempo 30 statt 50 nötig, was auch Fußgängern, insbesondere Kindern und älteren Menschen, zugutekommen würde.