Linzer Ärzte konnten in neunstündiger OP rechte Hand retten

Ein 38-jähriger Arbeiter hat sich bei Folierungsarbeiten an einer Baggerschaufel die rechte Hand so schwer verletzt, dass normalerweise nur noch amputiert werden kann. Zwei Linzer Chirurgen gelang es jedoch, die Hand zu retten.
Autor: Conny Engl, 16.02.2022 um 09:58 Uhr

Der 38-Jährige Mann aus Waidhofen an der Ybbs hatte Folierungsarbeiten an einer Baggerschaufel durchgeführt, als das Gerät plötzlich zuging. Dabei wurden ihm an der rechten Hand ab dem Handgelenk die komplette Mittelhand sowie sämtliche Finger gebrochen, Sehnen, Gefäße und Nerven zerquetscht und zerrissen. Bei so einer schweren Verletzung steht meistens nur die Amputation im Raum.

Chriurgische Meisterleistung

Aber den Unfall- und Mikrochirurgen Dr. Pollak und Dr. Kastner, beide von der Universiätsklinik für Orthopädie und Traumatologie am Kepler Universitätsklinikum, wagten einen Versuch. Sie konnten an der schwer deformierten Hand Gefäßstümpfe finden und diese so zusammenfügen, dass wieder eine Durchblutung bis zu den Fingern hergestellt werden konnte. Es gelang ihnen auch, die zertrümmerten Knochen mit Metalldrähten zu stabilisieren und die Weichteile zu rekonstruieren. In einer neunstündigen Operation gemeinsam mit einem hochspezialisierten OP-Pflegeteam konnte die rechte Hand des Mannes gerettet werden. Dem Patienten geht es den Umständen entsprechend.

Monatelange Nachbehandlung notwendig

Die kritische Phase von drei Tagen ist aber noch nicht überstanden. Ziel wäre es, dem Patienten die Basisfunktionen seiner Hand zurück zu geben, damit er den Alltag wieder meistern kann. Bis es soweit ist, gilt es jedoch noch die kritische Phase abzuwarten. Es sind dann mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Folgeeingriffe notwendig – so möchten die Ärzte etwa versuchen, die langstreckig zerstörten Nerven zu rekonstruieren. Die Dauer der weiteren Nachbehandlung mit Ergotherapie wird voraussichtliche Monate betragen.