Interview: Robert F. Hartlauer - Er brüllt etwas leiser

Weekend: Sie waren bisher in der Werbung in Print, Radio oder TV extrem präsent. Derzeit scheint dies weniger der Fall zu sein. Ist das tatsächlich so? 

Robert F. Hartlauer: Das ist wirklich so! Ich würde sogar sagen, dass die Persönlichkeitswerbung auf meine Person bezogen bei uns massiv zurückgegangen ist. 

 

weekend: Warum? Sie sind in Österreich bekannt wie kaum ein anderer und verkörpern extrem die Marke Hartlauer nach außen?

Robert F. Hartlauer: Ich war einfach nicht mehr bereit, diese Art der Persönlichkeitswerbung weiter zu führen, weil ich verstärkt zusätzlich Instagram, Twitter und andere soziale Medien bedienen hätte müssen. Für einen solchen Schritt bin ich nicht bereit. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass ich älter geworden bin (46) und ich mir die Frage gestellt habe, ob es Sinn macht, ein Video über das Auspacken eines Elektronikgerätes zu machen. Das wäre vielleicht nicht hundertprozentig glaubwürdig (lacht). 

 

weekend: Und wie wirbt man ohne Robert Hartlauer? 

Robert F. Hartlauer: Zum einen bin ich ja nicht komplett weg, was die Werbung betrifft, sondern eben weniger dominant vertreten. Ziel ist es, zukünftig die Mitarbeiter in den Vordergrund unserer Kampagnen zu stellen. Diese sind es ja auch, die die wichtigste Säule im Unternehmen darstellen. 

 

weekend: Wie stemmen Sie sich gegen den boomenden Online-Riesen wie Amazon? 

Robert F. Hartlauer: Vor allem durch gute Beratung im Geschäft. Dafür haben wir auch schon vor 25 Jahren die Hartlauer Akademie gegründet, wo wir unsere Mitarbeiter dahingehend ausbilden. Wichtig ist aber auch eine Art Zusammenführung von Online- und Offlinehandel. Wir werden deshalb beispielsweise in Steyr ein Onlinelager bauen. Dadurch können wir einerseits die Lieferzeiten generell auf maximal zwei Tage verkürzen und andererseits können Kunden Produkte, die es vielleicht im Geschäft gerade nicht gibt, vor Ort bestellen. Die Ware wird dann nach Hause geliefert. 

 

weekend: Sie hatten die Idee einer neuartigen Onlineplattform für Österreich. Was wurde aus dem Plan?

Robert F. Hartlauer: Ich warte noch auf einen Partner, der den Plan in die Realität umsetzt. Im Mittelpunkt steht eine Onlineverkaufsplattform, auf der nur Firmen vertreten sind, deren Wertschöpfung großteils im Land bleibt. Also Unternehmen, die Steuern in Österreich zahlen, Mitarbeiter in unserem Land beschäftigen. Die Wertschöpfung muss im Land bleiben und nicht wie bei großen internationalen Portalen  ins Ausland gehen.

 

Zur Person: Robert F. Hartlauer  ist Geschäftsführer des Elektronikhandelsunternehmens, das er 2000 übernommen hat. 1.850 Mitarbeiter in 160 Geschäften arbeiten für den Kaufmann.

Autor: Werner Christl, 13.10.2021