Interview: Dr. Franz Harnoncourt - Aufruf der Mitarbeiter, sich impfen zu lassen.

Jüngst haben sich die Mitarbeiter aller Spitäler in Oberösterreich öffentlichkeitswirksam an die Bevölkerung gewandt und zur Impfung aufgerufen. Warum? 

Dr. Franz Harnoncourt: Unsere Mitarbeiter sind seit mittlerweile eineinhalb Jahren durch die COVID- Pandemie extrem gefordert. Ihr beruflicher Alltag ist genauso herausfordernd wie am ersten Tag der Pandemie. Gleichzeitig sieht das Spitalspersonal jeden Tag sehr viel Leid, das durch die Impfung vermeidbar wäre. Das belastet und verärgert zugleich. Ich habe auch vollstes Verständnis für verärgerte PatientInnen, deren Operationen wegen COVID verschoben werden mussten. 

Wodurch kommt es zu dieser enormen Belastung?  

Dr. Franz Harnoncourt: Einerseits ist die Pflege von Covid-19-Patienten wesentlich aufwendiger als bei anderen Erkrankungen. Auf Intensivstationen braucht es beispielsweise für Covid-Erkrankte doppelt so viel Personal. Dieses muss von anderen Stationen abgezogen werden, wodurch dort wiederum ein Personalmangel entsteht. Andererseits ist die Arbeit aufgrund der Schutzausrüstung körperlich enorm anstrengend. In den letzten 30 Jahren hat uns noch nie ein Krankheitsbild durchgehend so in Atem gehalten – das zu ändern, liegt an uns! 

Wie können jetzt noch Ungeimpfte umgestimmt werden?

Dr. Franz Harnoncourt: Mit Information und Aufklärung, und hier können unsere Experten in den Kliniken sowie die niedergelassenen Ärzte im persönlichen Gespräch einen ganz wesentlichen Beitrag leisten. Denn die Zahlen aus unseren Kliniken und den Altersheimen beweisen es: Die Impfung wirkt und verhindert schwere Verläufe.

Zur Person:

Mag. Dr. Franz Harnoncourt (60) ist seit 2019 Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖ Gesundheitsholding GmbH (OÖG). Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

 

Autor: Werner Christl, 24.11.2021