270 Gläubiger: Traditionsbetrieb aus Saxen ist pleite
Der oberösterreichische Solarpionier Gasokol GmbH mit Sitz in Saxen (Bezirk Perg) hat am Mittwoch beim Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen, das seit Jahrzehnten als feste Größe in der Solarthermie-Branche gilt, ist offiziell pleite. Betroffen sind 17 Mitarbeiter sowie rund 270 Gläubiger.
Fakten zur Insolvenz: 2,6 Millionen Euro Passiva
Die wirtschaftliche Schieflage der Gasokol GmbH wird durch die nun veröffentlichten Zahlen deutlich. Den Verbindlichkeiten von rund 2,615 Millionen Euro stehen Aktiva gegenüber, deren genauer Wert im Zuge des Verfahrens von der bestellten Insolvenzverwalterin Mag. Elisabeth Huber erst bewertet werden muss. Das 1981 gegründete Traditionsunternehmen hofft nun auf eine geordnete Abwicklung über den KSV1870 und den AKV.
Ursachen: Warum Gasokol pleite ging
Die Gründe für die Insolvenz sind vielschichtig. Laut Unterlagen führt die Geschäftsführung die Zahlungsunfähigkeit auf ein „schwieriges und volatiles Marktumfeld“ zurück. Investitionszurückhaltung bei den Kunden führte zu massiven Auftragsverschiebungen. Zwar wurden bereits im Vorfeld Sparmaßnahmen im Personalbereich gesetzt, doch der entscheidende Schlag folgte zuletzt: Ein potenzieller Investor, mit dem bereits weit fortgeschrittene Gespräche geführt wurden, sprang überraschend ab.
Sanierungsplan: 20 Prozent Quote für Gläubiger
Trotz der prekären Lage gibt es einen Plan für die Zukunft. Das Unternehmen hat bereits einen Sanierungsplan vorgelegt, der das gesetzliche Mindesterfordernis vorsieht. „Die Insolvenzgläubiger erhalten auf ihre Forderungen eine 20 prozentige Quote, zahlbar binnen 24 Monaten“, heißt es laut KSV1870. Ob dieser Plan finanzierbar ist, muss nun die Insolvenzverwalterin prüfen. Gläubiger haben bis zum 12. Juni 2026 Zeit, ihre Forderungen anzumelden.
Zukunftsaussichten: Fortführung trotz Krise geplant
Trotz der Tatsache, dass das Unternehmen aktuell pleite ist, stehen die Zeichen nicht zwangsläufig auf Schließung. Laut Geschäftsführung liegt ein umfangreicher Auftragsbestand vor, zudem stehe die Vergabe eines größeren Projekts im Raum. Der Fokus soll nun auf der Abwicklung bestehender Projekte im Wohnbau, der Landwirtschaft und für Wärmenetze liegen. Ziel ist es, den Betrieb stabilisiert durch die Insolvenz zu führen.