Covid-19 in OÖ: Virus gebremst

Der R-Faktor – die Reproduktionszahl des Coronavirus – ist in Oberösterreich wieder auf unter 1 gesunken. Das Virus verbreitet sich somit langsamer. Noch ist die Lage in den Spitälern aber angespannt. Laut Simulationsforscher sollte sich die Zahl der Covid-19-belegten Intensivbetten jedoch bis Weihnachten halbieren.
Autor: Conny Engl, 03.12.2021 um 08:07 Uhr

Per 2. Dezember wurden in Oberösterreich rund 1.500 Neuinfektionen gemeldet. In den heimischen Spitälern sind aktuell 485 Normalbetten und 129 Intensivbetten belegt. Die gute Nachricht: Der R-Faktor ist von 1,12 am 22. November auf 0,88 (Stand: 2. Dezember) gesunken. Der Rückgang der Infektionszahlen ist für Landeshauptmann Thomas Stelzer und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander der Beweis, dass die strengen Maßnahmen wirken. Dennoch bleibe die Lage – vor allem in den Spitälern – angespannt.

Der Weg bis zur Entlastung der Spitalskapazitäten, insbesondere der Intensivbetten, ist noch ein langer, erfordert Geduld von uns allen und ist eine gemeinsame Kraftanstrengung. – Landeshauptmann Thomas Stelzer

Modellrechnung zeigt deutliche Entspannung

Der Simulationsforscher Niki Popper hat für Oberösterreich eine Modellrechnung aufgestellt, die eine „postive Dynamik“ und „deutliche Entspannung“ verhersagt. Bis Weihnachten sollte sich die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen zumindest auf unter 70 halbieren, so Popper. Gleichzeitig betont er: „Allerdings ist auch zu beachten, dass die Belastung der Intensivstationen durch andere Krankheiten, Unfälle, aber vor allem durch das Nachholen von notwednigen Behandlungen auf einem höheren Niveau verbleiben könnte.“ Deshalb sei es unbedingt notwendig, die Erstimpfungsrate zu erhöhen. Derzeit entfällt nur jede fünfte Impfung auf den ersten Stich.

Keine spürbare Entlastung in den Spitälern

Franz Harnoncourt, Vorstandsvorsitzender der OÖ Gesundheitsholding, macht darauf aufmerksam, dass eine erste positive Tendenz in Sachen Rückgang der Neuinfektionen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine spürbare Entlastung für die Spitäler bedeute. Mit 138 belegten Intensivbetten sei in der vierten Welle ein Höchststand erreicht worden. „Wenn der Trend der Entwicklung sich verfestigt, besteht die begründete Hoffnung, dass diese Welle die Systemgrenzen nicht sprengt und unter Aufbietung aller internen Ressourcen gerade noch bewältigt werden kann“, so Harnoncourt.