Bad-Wimsbach: Katzenkontrolle eskaliert, Tierärztinnen attackiert
- Nachkontrolle eskaliert auf Bauernhof
- „Sie wollten den Hof nicht verlassen“
- Versuch, die Tierärztinnen zu fesseln
- Ermittlungen wegen schwerer Körperverletzung
- Pflicht zur Kastration gilt auch für Bauern
- Landespolitik zeigt sich entsetzt
Was als harmlose Nachkontrolle begonnen hat, ist auf einem aufgelassenen Hof in Bad Wimsbach-Neydharting (Bezirk Wels-Land) völlig aus dem Ruder gelaufen. Zwei Amtstierärztinnen wollten am Donnerstag überprüfen, ob die dort lebenden Katzen kastriert sind. Die Situation ist völlig eskaliert – die Tierärztinnen wurden angegriffen.
„Sie wollten den Hof nicht verlassen“
Die 83-jährige Altbäuerin, auf deren Grundstück sich die Kontrolle abspielte, hat den Beamtinnen zunächst den Zutritt verweigert. „Sie hatten ja gar keinen Grund, zu kommen. Wir haben ja schon längst kein Vieh mehr. Aber sie wollten den Hof nicht verlassen“, erzählte sie der Krone. Als sich die Diskussion zuspitzte, ist ihr 52-jähriger Sohn eingeschritten.
Versuch, die Tierärztinnen zu fesseln
Laut Polizei hat der Mann die beiden Frauen körperlich attackiert und sogar versucht, sie mit Kabelbindern zu fesseln, um sie „vom Hof zu verweisen“. Die Veterinärinnen konnten flüchten und alarmierten die Polizei. Beide wurden leicht verletzt und stehen unter Schock.
Ermittlungen wegen schwerer Körperverletzung
Gegen den 52-Jährigen wird nun wegen schwerer Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt ermittelt. Weil die Opfer Amtsträgerinnen sind, gilt jede Verletzung automatisch als schwere Körperverletzung. Der Fall liegt bei der Staatsanwaltschaft Wels. Die Polizei prüft zudem, ob weitere Delikte erfüllt sind.
Pflicht zur Kastration gilt auch für Bauern
Seit 2016 sind in Österreich nicht nur Privatpersonen, sondern auch Bauern verpflichtet, ihre Freilaufkatzen kastrieren zu lassen, sofern sie keine Zucht betreiben. Diese Regelung gilt auch für ehemalige Höfe. Die Kontrolle soll jedenfalls nachgeholt werden.
Landespolitik zeigt sich entsetzt
Der Fall hat am Wochenende sogar die Landesregierung beschäftigt. Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) verurteilt die Attacke scharf: „Angriffe auf Menschen, die ihre Arbeit im öffentlichen Interesse und zum Schutz anderer leisten, sind absolut inakzeptabel und zu verurteilen.“ Er mahnt mehr Respekt gegenüber Einsatz- und Kontrollpersonal ein: „Diesen Entwicklungen müssen wir uns mit aller Kraft entgegenstellen. Wer hilft, schützt oder Verantwortung übernimmt, verdient Respekt.“