5-Punkte-Plan: Schutz-Plus für Alten- und Pflegeheime in Oberösterreich

Um ältere Menschen und unser Gesundheitssystem bestmöglich zu schützen, soll nun ein 5-Punkte-Plan in den oberösterreichischen Alten- und Pflegeheimen als zusäztliche Schutzmaßnahme zur Anwendung kommen. Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer stellte heute die Details vor.
Autor: Conny Engl, 11.11.2021 um 12:06 Uhr

Derzeit sind in Oberösterreich rund 9.500 Bewohner (83 Prozent) von Alten- und Pflegeheimen geimpft und 590 beziehungsweise 5 Prozent genesen. Von den Mitarbeitern sind nur knapp zwei Drittel geimpft, jeder zehnte ist genesen.

Infektionszahlen: Die Impfung wirkt

Ein Blick auf die aktuellen Infektionszahlen zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr nur ein Viertel infiziert ist. Mit Stand 9. November sind 107 Bewohner und 181 Mitarbeiter in insgesamt 65 Heimen positiv. Davon liegen 13 Heimbewohner und zwei Mitarbeiter im Krankenhaus. Vor einem Jahr waren zu diesem Zeitpunkt knapp 400 Bewohner – drei mal so viel! – und 375 Mitarbeiter in 89 Heimen positiv, 80 Bewohner und 2 Mitarbeiter im Krankenhaus. Das zeigt einmal mehr: Die Impfung wirkt.

Dritter Stich: Schwerpunkt auf Mitarbeiter

Drei Viertel (6.700) aller impfbaren Bewohner haben bisher den dritten Stich erhalten. Primar Bernd Lamprecht, Vorstand der Klinik für Lungenheilkunde am Kepler Uniklinikum, bezeichnet den Impffortschritt unter den Heimbewohnern als „vorbildlich“. Unter den Mitarbeitern hingegen wurden bisher nur 1.200 Auffrischungsimpfungen verabreicht, weshalb der Lungenspezialist empfiehlt: „Der Schwerpunkt muss jetzt auf die Mitarbeiter gelegt werden.“

Primar Lamprecht betont die Wichtigkeit der Drittimpfung: „Die aktuell hohe Anzahl an Impfdurchbrüchen lässt sich in erster Linie dadurch erklären, dass bei einer relvanten Zahl von Menschen die letzte Impfung viele Monate zurückliegt und gleichzeitig mit der Deltavariante eine besonders infektiöse Virusvariante vorherrscht. Dem kann mit rechtzeitiger Auffrischung entgegengewirkt werden.“

Regelungen in oö. Alten- und Pflegeheimen

Seitens des Bundes und des Landes gelten folgende Corona-Maßnahmen in Alten- und Pflegeheimen:

  • 2,5G-Regel für Mitarbeiter ab 15. November. Wobei Mitarbeiter mit einem negativen PCR-Test auch eine FFP2-Maske tragen müssen, Geimpfte und Genese einen einfachen Mund-Nasen-Schutz.
  • 2G-Regel und FFP2-Maskenpflicht für Besucher in Heimen (Seit 8. November in Kraft). Übergangsfrist bis 6. Dezember: Bis dahin ist der Zutritt auch mit Erstimpfung und zusätzlichem PCR-Test möglich.

5-Punkte-Plan als Schutz-Plus

Der 5-Punkte-Plan soll Bewohner in Heimen zusätzlich schützen. Dieser umfasst:

  1. Arztgespräche für ungeimpfte Mitarbeiter
  2. Impf-Sprechtag für Bewohner und deren Angehörige
  3. Konsequente Kontrolle des 2G-Nachweises
  4. Teams der Heimaufsicht unterstützen ab sofort die Träger vor Ort
  5. Aktives Clustermanagement – ab fünf positiv getesteten Personen in einer Einrichtung