Halbzeit Plus im „Dosto“-Upgrade

Die rund 25 Jahre alten Wiesel-Doppelstockwagen der ÖBB, kurz „DOSTO“, erhalten seit 2019 ein Upgrade. Mittlerweile sind mehr als die Hälfte „runderneuert“. Also Halbzeit Plus sozusagen.
Autor: Andi Dirnberger, 18.05.2022 um 12:01 Uhr

Aus 19 Garnituren bzw. knapp 100 Wagen besteht der zwischen Retz und Payerbach-Reichenau bzw. auf der Franz-Josephs-Bahn zum Einsatz kommende Fuhrpark, der am ÖBB Train Tech-Standort St. Pölten sukzessive erneuert wird. Im Zuge des Upgrades, für das rund EUR 90 Millionen investiert werden, bekommen unter anderem die Sitze neue Bezüge und es werden zusätzliche Sitzpölster in den Zwischengeschossen montiert. In jedem Zwischenwagen wird ein Mehrzweckbereich mit Platz für sechs Fahrräder sowie Kinderwägen und Gepäck geschaffen. Nicht nur für Pendler interessant ist das kostenlose WLAN in den modernisierten Wagen. Für eine noch sicherere Fahrt werden die Türsteuerung erneuert und zusätzliche Notsprechstellen installiert.

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Fahrerlebnis verbessern!

 „Neben gesteigertem Komfort, spielten bei den Neuerungen vor allem ein Höchstmaß an Sicherheit und Funktionalität eine Rolle“, erklärt Sabine Stock, Vorständin ÖBB-Personenverkehr AG, und ergänzt: „Mit dem Upgrade-Programm wollen wir das Fahrerlebnis weiter verbessern, um so noch mehr Personen für das Reisen beziehungsweise Pendeln mit dem Zug zu begeistern.“

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Peter Hanke: Ostregion stärken!

Wien, Niederösterreich und die ÖBB sind Partner im Nahverkehr. Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke betont:  „Mit diesen modernisierten Garnituren sind Pendler und Fahrgäste noch komfortabler zwischen Wien und Niederösterreich unterwegs und tragen gleichzeitig zur umweltfreundlichen Mobilität bei. Deshalb investieren wir mit dem zweiten Wiener Schieneninfrastrukturpaket die nächsten Jahre in den Ausbau des Bahnverkehrs in und um Wien. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität und stärkt zusätzlich den Wirtschaftsstandort Ostregion.“

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Schleritzko: Attraktive Angebote im Nahverkehr

„Mit den modernisierten Doppelstockwägen setzen wir ein wichtiges Zeichen für attraktive Angebote im Öffentlichen Verkehr und speziell den Pendler-Nahverkehr in Niederösterreich. Gemeinsam mit den neuen Doppelstockzügen werden knapp 100 leistungsfähige und hochmoderne Züge mit einer Kapazität von rund 550 Sitzplätzen je Zug zur Verfügung stehen“  zeigte sich Niederösterreichs Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko erfreut.

Weniger erfreulich ist allerdings, dass die mit hohem Finanzaufwand restaurierten Züge sofort die Begierde von kriminellen ÖBB- und Nahverkehrsgegnern erwecken. "Diese wissen leider, wo die Züge geparkt werden", so eine ÖBB-Insiderin. Und mittlerweile verwenden diese so hochwertige Farbstoffe beim Sprayen, dass diese nur mit hohem Aufwand zu entfernen sind. Die Fahrgäste sitzen dann quasi im Dunkeln.

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