Verhaltener Blick in die Zukunft

Die erstmals durchgeführte Konjunkturumfrage für Klagenfurt zeigt Problemzonen des Jahres 2023 auf. Hinsichtlich des Gesamtumsatzes, der Investitionen und Auftragslage wird eine negative Geschäftsentwicklung prognostiziert.
Autor: Pia Kulmesch, 20.01.2023 um 10:20 Uhr

Erstmals wurden von der Bezirksstelle Klagenfurt der Wirtschaftskammer Kärnten Klagenfurter Unternehmer befragt. Im Erhebungszeitraum zwischen Mitte Dezember 2022 und Anfang Jänner 2023 nahmen insgesamt 200 Betriebe aus der Landeshauptstadt an der Konjunkturumfrage teil. Diese hat Problemzonen aus allen Sparten sichtbar gemacht. Bei der ersten Klagenfurter Wirtschafts- und Konjunkturkonferenz wurden sie der Stadtregierung präsentiert.
Auf Landesebene gibt es schon seit Jahren eine Kärntner Investitions- und Konjunkturkonferenz (KIKK). Künftig wird diese nun auch auf der Bezirksebene zweimal im Jahr durchgeführt. Die Klagenfurter Stadtregierung soll als Partner der Wirtschaft daran beteiligt sein. Dafür forderte der Obmann der Bezirksstelle Klagenfurt der Wirtschaftskammer Kärnten, Franz Ahm, von der Politik Transparenz und vor allem die Einbindung der Unternehmen als direkte Betroffene.

Trüber Blick nach vorne

Die Grundlage der Investitions- und Konjunkturkonferenz bildete der wirtschaftliche Ausblick der Unternehmer aufs neue Jahr 2023, der sich als trüb herausstellte. Bereits die vergangenen beiden Jahre waren geprägt von Höhen und Tiefen der Konjunktur. Es soll heuer deutliche Risse in der Konjunktur geben. Ahm mahnte, die Wettbewerbsfähigkeit dennoch aufrecht zu erhalten und die Klagenfurter Unternehmer bestens zu unterstützen. In den kommenden zwölf Monaten erwartet rund jedes fünfte Unternehmen in Klagenfurt in Hinblick auf Gesamtumsatz, Investitionen und Auftragslage eine negative Geschäftsentwicklung. Auch Arbeits- und Fachkräftemangel sowie die allgemeinen Arbeitskosten sollen eine Herausforderung darstellen.

Lob für Konferenz

Der bei der Konferenz anwesende Bürgermeister Klagenfurts, Christian Scheider, lobte das Format der erstmals in der Landeshauptstadt durchgeführten Wirtschafts- und Konjunkturkonferenz. Das Gebot der Stunde sei stärkere Vernetzung. Neue Ideen sollen entwickelt werden, Gäste sollen angezogen und auch das Wohnen in der Innenstadt attraktiver gemacht werden. Vizebürgermeister Finanzstadtrat Philipp Liesnig und Stadträtin für kommunale Dienste, Sandra Wassermann, erkennen in der Koralmbahn den entscheidenden Impuls: „Wir wollen Menschen und Studierende von Graz nach Klagenfurt bringen – und nicht umgekehrt“, so Wassermann. Hinsichtlich der Entwicklungen des Lakeside Parks und der Universität wurden bei der Konferenz ebenfalls Anmerkungen vorgenommen. Im Lakeside Park kündigte Liesnig die Errichtung weiterer vier Baukörper an, den Plänen der Universität, den Campus um über 70 Millionen Euro zu erweitern, steht Wirtschaftsstadtrat Max Habenicht allerdings kritisch gegenüber. Das Ziel müsse sein, die Universität in die Stadt zu bringen.
Der Gastgeber und WK-Bezirksobmann Ahm schloss die Wirtschafts- und Konjunkturkonferenz mit einem Appell: „Die Wirtschaft möchte wissen, wohin sich die Stadt bis 2040, 2050 bewegen wird.“ Ärmel hochkrempeln und die vorliegenden Zukunftsthemen angehen lautet demnach die Devise für die Stadtregierung.