Trotz Krise: St. Veiterin beweist Mut zur Kunst

Kunst- und Kulturschaffende sind von den Maßnahmen gegen das Coronavirus massiv betroffen. Insbesondere junge Kreative, die noch nicht lange im Geschäft sind, sich noch keinen eigenen Namen machen konnten, geraten schnell an die Grenze der Existenzfähigkeit. Wohl besonders schwer haben es die sogenannten Corona-Künstler. Das sind jene Künstler, die mitten in der Krise den Weg in die Selbständigkeit gewagt haben und jeden Tag hoffen, Ausstellungen organisieren zu können, damit sie die Öffentlichkeit wahrnehmen kann. Die St. Veiterin Christina Baumgartner ist so eine Corona-Künstlerin. Nach der Goldschmied- und Graveurausbildung in Ferlach, absolvierte sie noch ein Anglistikstudium in Klagenfurt. Weil der Traum vom internationalen Erfolg jedoch vorerst ruhen muss, fasste Christina mitten in der Coronakrise den Entschluss, sich selbständig zu machen und vorerst von ihrer Heimatstadt St. Veit/Glan aus in die Kunstwelt zu starten. Dabei war von Anfang an klar, in Zeiten wie diesen, wird das kein Honigschlecken. Also bereitete sich Christina gut auf die Selbständigen Tätigkeit vor und erlernte das nötige Rüstzeug. Gleichzeitig suchte sie Unterstützer, damit der notwendige Bekanntheitsgrad, um in der Kunst überleben zu können, schnell wächst.

Die St. Veiterin Christina Baumgartner | Credit: Fotostudio Linzer

Ein tolles Netzwerk

Die Idee war, sich mit den Wirtschaftstreibenden in St. Veit zu vernetzen. Die Stadt ist zwar klein, hat aber viele kreative UnternehmerInnen, die selber in der Krise bereits Durchhaltevermögen gezeigt haben. Christina fand vom Fleck weg Leute, die bereit waren, ohne Eigennutz eine regionale Künstlerin zu unterstützen. Im Glasmeisterbetrieb Plieschnegger fand sie mit der Seniorchefin Edith Wildhaber nicht nur die perfekte Geschäftspartnerin, sondern auch die Möglichkeit, im neuen Geschäft Villacher Straße 8, eine eigene Dauerausstellung für ihre Bilder zu etablieren. Hier ist ein echtes Vorbild für eine funktionierende Kreativwirtschaft entstanden, weil Glaskunstwerke hervorragend mit bildnerischer Kunst harmonieren. Die Buchhandlung Besold bietet Christinas Kunst-Weihnachtskarte zum Verkauf. Der Lebensmittelspezialist Ellersdorfer, die Kärntner Sparkasse und die Raiffeisen-Bezirksbank St. Veit stellen Ablageflächen für Werbematerial kostenlos zur Verfügung.

Individuelle Kunstwerke

Mit so viel Drive und Optimismus, kann sich Christina ganz ihrer Kunst widmen, die mehrere Richtungen abbildet. Das reicht von Karikatur, Portrait, Scrimshaw, Zeichnungen bis hin zur Malerei in verschiedenen Techniken. Einige Beispiele kann man auf der Homepage sehen. Die naturgetreue Darstellung von Lebewesen ist in der Angebotskiste so etwas wie ein Lieblingsmotiv der Künstlerin. Ein Motiv, das zwar viel Zeit und detailliertes Arbeiten erfordert, aber dann individuelle Kunstwerke liefert.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 23.12.2020