Stadttheater Klagenfurt: Programmpräsentation 2021/2022

Die Corona-Pandemie mit all ihren Einschränkungen und Unsicherheiten setzte Kulturinstitutionen besonders zu – ein Umstand, von dem auch das Stadttheater Klagenfurt ein Lied zu singen weiß. Nach frustrierenden Monaten des Lockdowns, die sowohl an den (finanziellen) Kräften der Mitarbeiter als auch des Hauses zehrten, konnte mit 20. Mai 2021 endlich wieder vor Publikum gespielt werden. Und die ausgehungerten Kunstliebhaber dankten es der Spielstätte mit ausverkauften Vorstellungen der Stücke „Il barbiere di Siviglia“ und „Der Vogelhändler“.

Unterhaltung im besten Sinn

Vor dem Hintergrund dieser erfreulichen Entwicklungen geht Intendant Aron Stiehl daher hochmotiviert in die erste von ihm programmierte Spielzeit, deren Highlights er gemeinsam mit Chefdirigent Nicholas Milton, Schauspieldirektor Hans Mrak und dem kaufmännischen Geschäftsführenden Direktor Matthias Walter präsentierte. Dabei erläuterte Stiehl auch seinen philosophischen Zugang zum Theater sowie die Funktionen, die es in seinen Augen zu erfüllen hat. Für ihn muss das Theater das Publikum im besten Sinne mit faszinierenden Geschichten unterhalten, die es emotional berühren. Außerdem lebe das Theater ganz wesentlich von der Magie, die die Interaktion zwischen Künstlern und Zusehern entfalte, weshalb eine gestreamte Veranstaltung kein adäquater Ersatz für einen Theaterbesuch sei. Außerdem rege das Theater zu einer nachhaltigen Reflexion von Themen an, die uns täglichen in den Nachrichten begegnen oder uns persönlichen berühren sowie betreffen.

Nachdenkimpulse zu aktuellen Debatten

Konsequenterweise zeichnen sich daher viele der kommenden Produktionen durch eine Bezugnahme auf aktuelle (gesellschafts-)politische Themen aus: Richard Wagners „Walküre“, die den Auftakt für die komplette Ring-Tetralogie bildet, verhandelt beispielsweise den von den Menschen herbeigeführten Weltuntergang und rekurriert damit auf die aktuellen Klimadebatten. William Shakespeares Komödie „Zwölfte Nacht“ geht wiederum dem lustvollen Spiel mit (sexuellen) Identitäten auf den Grund, während eine szenische Lesung an Originalschauplätzen das unrühmliche Kapitel der Freisler-Prozesse in Kärnten aufarbeitet. Freunde der leichteren Muse können schlussendlich bei einer Inszenierung des beliebten Literaturklassikers „Das Dschungelbuch“ als Muscial, bei einem gemeinsamen Besuch mit ihrem Nachwuchs das innere Kind in sich wiederentdecken.

Der Kartenvorverkauf für die neue Spielzeit startet am 30. August 2021 – das vollständige Programm finden Sie hier.

Autor: Stefan Kohlmaier, 08.06.2021