Rosa Donner: Kärntens Segel-Weltmeisterin spricht über ihre große Leidenschaft

Die Klagenfurter Seglerin Rosa Donner konnte sich gemeinsam mit ihrem Vorschoter Sebastian Slivon in Ungarn zur U21-Weltmeisterin krönen sowie den dritten Platz in der U24-Wertung der Junioren-WM erzielen.
Autor: Stefan Kohlmaier, 08.09.2022 um 10:01 Uhr

Weekend: Wo liegt Ihre Begeisterung für den Segelsport begründet?
Rosa Donner: Den Grundstein hat wahrscheinlich mein Großvater gelegt, den ich bereits im zarten Alter von zwei Jahren auf Ausfahrten in seinem Boot auf dem Wörthersee begleiten durfte. Mit sieben Jahren habe ich daraufhin mit dem Clubtraining in der Optimisten-Klasse begonnen und in weiterer Folge habe ich an zahlreichen regionalen sowie nationalen Regatten teilgenommen und mich mit zehn Jahren für meine ersten U15-Europameisterschaften qualifiziert.

Weekend: Was macht für Sie die Faszination des Segelns aus?
Rosa Donner: Das Gefühl der Freiheit auf dem offenen Meer, des Adrenalins, das mir durch den Körper schießt, wenn der Startschuss für eine Wettfahrt fällt, und der Unbeschwertheit, wenn man über das Wasser gleitet – das sind die Emotionen, die das Segeln zu meiner brennenden Leidenschaft gemacht haben, mit der ich jeden in meinem Umfeld von Beginn an anstecken wollte.

Weekend: Wie haben Sie Ihre jüngsten Erfolge wahrgenommen?
Rosa Donner: Ich habe, um ehrlich zu sein, nicht im Geringsten damit gerechnet und sie daher nach wie vor noch nicht vollständig realisiert. Diese Junioren-Weltmeisterschaften in der olympischen Bootsklasse 470 waren bis zuletzt an Spannung kaum zu überbieten, obwohl wir den Weltmeistertitel in der U21-Wertung bereits fixiert hatten. Wir wollten natürlich auch im U24-Bewerb eine Medaille ergattern und unsere Chancen auf den Gesamtsieg waren bis zum letzten Tag intakt.

Weekend: Wie sieht Ihre tägliche Trainingsroutine aus?
Rosa Donner: Wenn ich mich zu Hause in Kärnten aufhalte, konzentriere ich mich auf das Trockentraining mit einem OeSV-Trainer und suche dafür fünfmal pro Woche die Kraftkammer im Olympiazentrum auf. Zudem absolviere ich wöchentlich sechs Ausdauertrainingseinheiten in Form von Laufen oder Rennradfahren. Für diese Aktivitäten veranschlage ich jeweils drei bis vier Stunden an Trainingszeit. Das Segeltraining findet wiederum vor allem in Frankreich, Portugal, Spanien sowie Italien statt, wo ich mich gezielt auf einzelne Wettbewerbe vorbereite.

Rosa Donner und Sebastian Slivon, die in ihre Goldmedaillen beißen

Weekend: Wie schwer gestaltete sich die Vereinbarkeit des Segelns mit Ihrer Schulausbildung?
Rosa Donner: Aufgrund der vielen trainings- sowie wettkampfbedingten Reisen stellte der Abschluss einer Ausbildung selbstverständlich eine große Herausforderung dar, da ich stets große Mengen an Lehrstoff nachholen musste. Trotzdem konnte ich diesen Sommer meine Matura planmäßig am SSL Kärnten abschließen, da die Strukturen dieses Schultyps perfekt auf die speziellen Ansprüche von Leistungssportlern zugeschnitten sind. Mit kommendem Semester beginne ich nun ein Lehramtsstudium an der Universität Klagenfurt.

Weekend: Welche Kosten fallen für eine Karriere als Segelsportlerin an?
Rosa Donner: Der professionelle Segelsport ist ungemein kostenintensiv: Man muss mit Ausgaben von etwa 150.000 Euro pro Jahr kalkulieren. Ohne Sponsoren wäre dieser Aufwand nicht zu schultern, weshalb ich meinen Unterstützern, der KELAG, In3theBlue, dem Sportland Kärnten, dem Olympiazentrum Klagenfurt, der Sporthilfe sowie der Sportstadt Klagenfurt, auch zu großem Dank verpflichtet bin.

Weekend: Welche sportlichen Ziele werden Sie als nächstes in Angriff nehmen?
Rosa Donner: Heuer starten wir noch bei der EM und WM der Adults und für nächstes Jahr möchten wir unsere Leistungen bei der Junioren WM und EM toppen. Darüber hinaus peilen wir eine Teilnahme an den olympischen Spielen 2024 und/oder 2028 an.