Nachruf: Heidi Goëss-Horten verstorben

Die Milliardärin, Kunstmäzenin und KAC-Gönnerin ist im Alter von 81 Jahren in ihrer Villa am Wörthersee verstorben. Ein Blick auf ihr bewegtes Leben.
Autor: Pia Kulmesch, 14.06.2022 um 09:58 Uhr

Goëss-Horten war mit einem Vermögen von rund drei Milliarden Euro die reichste Österreicherin. Sie investierte in mehrere Großprojekte. So wurde sie als Eishockey-Fan und Gönnerin des EC KAC bekannt. Heidi Goëss-Horten war auch Ehrenpräsidentin des Klagenfurter Klubs. Die aktuelle Generalsanierung der Stadthalle Klagenfurt und Heimstätte des KAC von rund 9,6 Millionen Euro geht zur Hälfte auf ihre Kosten. Die erneuerte Halle wird auch den Namen der großzügigen Gönnerin tragen. Außerdem wurde die Milliardärswitwe für die Unterstützung zahlreicher Projekte aus den Bereichen Medizin und Tierschutz (Klagenfurter Tierschutzzentrum TIKO) geschätzt.
Die heimische Politik reagierte auf das plötzliche Ableben von Heidi Goëss-Horten mit Betroffenheit. So betonte Klagenfurts Bürgermeister Christian Scheider die Großzügigkeit und das Engagement der Verstorbenen. Ohne deren Unterstützung wären viele wichtige Infrastrukturprojekte der Landeshauptstadt nicht möglich gewesen. Nicht zu vergessen sei auch ihr Support im Kunst- und Kulturbereich. Erst vor kurzem wurde das Privatmuseum der Milliardärin in Wien eröffnet. Auch Team Kärnten-Chef Bürgermeister Gerhard Köfer brachte sein Mitgefühlt zum Ausdruck: „Das Wirken von Goëss-Horten wird auch noch in der Zukunft von großer Bedeutung für Kärnten und über die Grenzen hinaus sein.“

Bewegtes Leben

Heidi Goëss-Horten wurde 1941 in Wien als Heidi Jelinek geboren. Als 19-Jährige lernte sie in einer Hotelbar in Velden am Wörthersee den 32 Jahre älteren Kaufhaus-Besitzer Helmut Horten kennen, 1966 folgte die Hochzeit. Das Paar teilte das große Interesse an Kunst. Als Helmut Horten bereit 1987 verstarb, erbte Goëss-Horten das Vermögen und gründete wenige Jahre später die Helmut Horten Stiftung. Im Jahre 1994 heiratete sie den französischen Blumengroßhändler Jean-Marc Charmat, von dem sie sich wieder scheiden ließ. 2015 ehelichte die Verstorbene schließlich Anton Goëss, dessen Nachnamen sie in ihrem Doppelnamen führte.