Mario Stroitz erobert mit Kärntner Pop-Art die Kunstwelt

Die Kunst- und Kulturszene hat seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie relativ wenig zu lachen: Museen, Galerien und Theater blieben die meiste Zeit über geschlossen und der Veranstaltungsbetrieb kam nahezu vollständig zum Erliegen. Viele Künstler und Kulturschaffende bangen daher um ihre Existenz und blicken einer ungewissen Zukunft entgegen. Diese aktuell äußerst düstere Situation wird jedoch immer wieder von inspirierenden Hoffnungsschimmern erhellt, von Geschichten über Künstler, die der Krise kreativ trotzen und dadurch sowohl ihren Kollegen als auch uns allen Mut machen sollten.

Paralleluniversum

Um einen solchen handelt es sich beispielsweise bei dem Klagenfurter Pop-Art-Künstler Mario Stroitz alias Maja. Der enthusiastische Comic-Liebhaber hat den Stillstand dazu genutzt, um einen alten Holzstadl auf seinem Grundstück von Grund auf neu zu errichten und in eine pulsierende Pop-Art-Galerie – das Warehouse72 – zu verwandeln. In ihr fühlt sich der Besucher beinahe wie in einem Paralleluniversum, in dem die sympathischsten Comicfiguren seiner Kindheitstage zum Leben erwachen. Zudem sind die Ausstellungräume mit unzähligen faszinierenden Comicsammlerstücken gespickt, die eine zentrale Inspirationsquelle für Mario Stroitz darstellen.

Ein kurzer Streifzug durch das Warehouse72

Schaffensdrang

Sie waren es auch, die den ersten Anstoß für das ambitionierte Projekt gaben. „Zunächst sollte die jetzige Galerie eigentlich nur als Lagerhalle für meine zahlreichen Comicsammelobjekte dienen, da selbige von den Kunstwerken in meinem Atelier ablenkten,“ erläutert Stroitz die ursprüngliche Idee hinter den Umbauarbeiten. Dann kam allerdings Corona, und der auch als Grafiker tätige Maler wurde von einer langanhaltenden Auftragsflaute erfasst. Doch anstatt sich deshalb der Verzweiflung hinzugeben, griff er mit schöpferischem Feuereifer zu Pinsel und Spraydose. Während dieser Zeit entstanden laut eigenem Bekunden nicht nur so viele Bilder wie nie zuvor, sondern Stroitz verfeinerte darüber hinaus seinen Stil und fand zu einer individuellen, unverkennbaren Bildsprache.

Pop-Art reloaded

Auf seinen mit lebendigen Acrylfarben gestalteten sowie mit einem experimentellen Graffiti-Stil kombinierten Kunstwerken tummeln sich insbesondere die Comic-Ikonen aus den Häusern Disney und Marvel und regen den Betrachter mit pointiert ironischen Slogans zum Nachdenken an. Für die deutsche Kunsthistorikerin Anna Quintus hat Maja damit der Pop-Art der 60er-Jahre eine neue Dimension verliehen und sie dadurch in die Moderne katapultiert. Sie nennt ihn in ihren Ausführungen sogar in einem Atemzug mit dem großen Roy Lichtenstein. Der Künstler selbst versteht seine Bilder vor allem als Ausdruck seiner positiven Kunstphilosophie. Er wolle die Menschen mit seiner Arbeit dazu motivieren, das Beste aus ihrem Leben zu machen und voller Zuversicht in die Zukunft zu blicken.

Boom

Maja versetzt mit seiner Comic-Kunst jedoch nicht nur Kritiker in beinahe euphorisches Schwärmen, auch die internationalen Kunstliebhaber können scheinbar kaum genug davon bekommen. „Aktuell herrscht eine große Nachfrage nach meinen Bildern auf Instagram vor und ich erhalte unglaublich viele Anfragen aus aller Welt,“ zeigt sich Stroitz von dem momentanen Hype begeistert. Sogar Galerien aus Israel und New York hätten schon bei ihm angeklopft. Er hoffe jedoch, bald wieder kleine Veranstaltungen in seiner eigenen Galerie abhalten zu können, da Bilder in natura deutlich intensiver zur Geltung kämen als auf einem Bildschirm. Für Einzelpersonen ist ein Besuch nach telefonischer Voranmeldung sowie unter Einhaltung aller Corona-Schutzmaßnahmen schon jetzt möglich (0664/3113499). Ferner sind bereits zwei Ausstellungen im Casinohotel Velden sowie der NL Galerie in Salzburg in Planung.

Autor: Stefan Kohlmaier, 29.04.2021