Die letzte Reiseplanung: Bestattung in Kärnten

An Allerseelen rückt auch die eigene Sterblichkeit in das Bewusstsein vieler Menschen. Dank zahlreicher Bestattungsformen lässt sich ihr Ableben auf ihre persönlichen ästhetischen und spirituellen Vorstellungen hin maßschneidern.
Autor: Stefan Kohlmaier, 27.10.2022 um 10:50 Uhr

Allerseelen ist einer der wenigen, wenn nicht sogar der einzige Anlass des Jahres, zu dem sich eine Vielzahl an Menschen mit dem üblicherweise verdrängten Thema „Tod“ auseinandersetzt. Einerseits gedenken sie ihrer verstorbenen Angehörigen, was von zahlreichen traditionellen Bräuchen und Zeremonien begleitet wird, andererseits wird einigen von ihnen ihre persönliche Endlichkeit bewusst, weshalb es sich anbietet, an dem Festtag ein paar Gedanken auf die Planung ihrer letzten Reise zu verwenden. Schließlich erlaubt ein breites Spektrum an unterschiedlichsten Bestattungsformen deren individuelle Ausgestaltung.

Ein mit Blumen geschmückter Sarg in einem offenen Grab.

Klassiker

Als sprichwörtliche Dauerbrenner gelten dabei die Erd- sowie die Feuerbestattung. Erstere genießt auch weltweit betrachtet nach wie vor die höchste Popularität und folgt einem bewährten Ablauf: Zunächst wird der Sarg am Vortag des Begräbnisses für die Verabschiedung aufgebahrt. Tags darauf folgt eine Trauerfeier samt Beisetzung in einem Erdgrab, die von einem Chor, einer Bläsergruppe oder eingespielter Musik untermalt wird. Als Sargträger können entweder Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens oder beispielsweise Vereinskollegen des Verstorbenen zum Einsatz kommen. Im Zuge einer Feuerbestattung wird der Verschiedene in einem Krematorium, eingebettet in einen Holzsarg, eingeäschert. Dieses Prozedere nimmt etwa 60 bis 90 Minuten in Anspruch. Anschließend wird eine Urne mit seiner Asche befüllt, die den Angehörigen ausgehändigt oder auf dem Friedhof beigesetzt wird.

Ein von Moos bedeckter Baumstamm, dekoriert mit Herzen aus Holz und Stein

Friedensforst

Für Verstorbene, die bereits zu Lebzeiten eine intensive Naturverbundenheit verspürt haben, bietet sich wiederum eine letzte Ruhestätte inmitten der Stille eines friedlichen Waldes an. In den Friedensforsten in Klagenfurt, Velden, Ledenitzen, Gurk sowie St. Georgen am Längsee wird die Asche Verblichener in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Dafür stehen sowohl mächtige, alte Laubbäume, die eine bis zu 250-jährige Geschichte erzählen, als auch fachkundig gepflanzte Jungbäume, die als ein generationenübergreifendes Symbol des Lebens fungieren, zur Verfügung. Da Mutter Natur in weiterer Folge die Grabpflege übernimmt, ersparen sich Angehörige zudem sämtliche Folgekosten und Arbeitsaufwände. Der persönliche Wunschbaum oder Urnenplatz kann außerdem bereits zu Lebzeiten bei einer kostenlosen Führung direkt vor Ort ausgewählt werden.

Ein Satellit, der im Weltall um die Erde kreist.

Für Alternative

Menschen, die ihren Lebensweg stets jenseits konventioneller Pfade beschritten haben, wollen eventuell auch die letzte Etappe ihres irdischen Daseins extravagant arrangieren. Diese Freigeister können in Kärnten aus drei äußerst kreativen Bestattungsformen wählen: Im Zuge einer See- und Donaubestattung wird die Asche des Verstorbenen in eine wasserlösliche Urne gefüllt und anschließend auf dem Mittelmeer, in der Adria, der Nord- und Ostsee oder der Donau den Fluten überantwortet. Wer seinen geliebten Angehörigen nach dem Tod in Form eines eleganten Edelsteins erhalten bleiben möchte, der sollte sich wiederum für eine Diamantbestattung entscheiden. Dabei werden seine verbrannten Überreste zu einem Rohdiamanten verarbeitet, der anschließend über eine Mikro-Laser-Gravur mit einer Inschrift versehen werden kann. Für Abenteurer und Science-Fiction-Liebhaber besteht zudem die Möglichkeit, einen Teil ihrer Asche in einem Satelliten auf eine interstellare Reise um die Erdumlaufbahn zu schicken. Dort verbleibt diese so lange, bis der Flugkörper beim Widereintritt in die Atmosphäre verglüht.