„JASA“ im Interview: Musik von Herzen

Weekend: Wie entstand der Band-Name JASA?
Katarina Hartmann: Ich habe sehr lange überlegt, eigentlich hatten wir schon einen anderen Namen, der hat aber irgendwie nicht gepasst. Dann habe ich Alina Zeichen angerufen, sie hat immer gute Ideen und es macht Spaß, mit ihr zu brainstormen. Da fiel dann der slowenische Name „JASA“, ich wusste zuerst nicht, was der Name bedeutet – auf deutsch „die Lichtung“. Das hat gepasst wie die Faust aufs Auge, zu den Texten und zur Band. Ich werde oft auf den Namen angesprochen, auch von Kärntner Slowenen, weil es kein gängiges Wort ist, und auch von Deutschsprachigen, ob das eine Bedeutung hat. Es ist auch ein „Ja“ im Wort, das gefällt mir gut!

Weekend: Welche Texte entstanden aus deiner Feder?
Katarina Hartmann: Die meisten Texte sind im Corona-Lockdown entstanden, beispielsweise „Die Welt steht still“, wo es darum geht, dass man zur Ruhe kommt und sich Zeit für sich selbst nimmt. Ich schreibe über das Leben selbst. Wo mein Vater krank wurde, habe ich auch ein Lied für ihn geschrieben. Dann die Syrien-Krise, da entstand das Lied „Vielleicht“ und „Irgendwo wartet das Glück“ – man muss einfach miteinander gehen und dem anderen helfen. Themen, die mich beschäftigt haben, waren beispielsweise die Liebe und Sehnsucht.

Weekend: Was bedeutet dir das Singen? Wie lange singst du schon?
Katarina Hartmann: Für mich ist das Singen alles, was das Leben ist. Es ist etwas, was mich erfüllt, was präsent ist, was einen immer begleitet. Ich singe schon, seit ich klein bin, ich wollte schon immer in diese Richtung. Dann habe ich mich für die Schauspielerei entschieden. 2008 haben wir mit der Gruppe „Hartmann‘ce“ eine CD mit Pianist Karen Asatrian und Saxophonist Wolfgang Puschnig herausgebracht. Ich habe mich dann für die Pop-Akademie in Mannheim beworben, sie haben mich aber leider nicht genommen. Das Thema habe ich dann bei Seite gelegt, nur der Drang ist dann so groß geworden. Etwa drei, vier Jahre ist es jetzt her, dass ich selbst begonnen habe, Texte zu schreiben. Es ist unterschiedlich, manchmal entsteht der Text zuerst, manches Mal habe ich gesungen und der Text ist währenddessen entstanden.

Weekend: Woher kommt die Inspiration fürs Komponieren?
Katarina Hartmann: Es hilft mir, wenn ich keinen Stress habe. Ich nehme mir oft Zeit und gehe auf den Falkert, dort haben wir ein Haus. Oder ich gehe auf Berge und schreibe. Wenn ich in einer Produktion stecke, ist es etwas ganz anderes, da ist der Kopf voll. Meine Themen kommen aus dem Leben, ich überlege gar nicht, das entsteht einfach. Dann öffnet sich bei mir etwas und ich beginne zu schreiben. Wenn sich auf der Welt etwas ereignet, muss ich darüber schreiben, wie beispielsweise die Flüchtlingskrise, weil sie mich sehr berührt und mich so beschäftigt hat. Dann das Lied „Daheim/Doma“, das entstanden ist, weil ich nicht wusste, wohin ich gehöre – nach Deutschland, nach Wien oder wieder nach Kärnten? Ich war da oft sehr zerrissen. Die Antwort habe ich in dem gefunden, wo mein Herz zuhause ist – ein Ort, wo man gern ist und wo die Menschen sind, die man liebt, das kann überall sein.

Weekend: Gibt es einen Auftritt, auf den du dich besonders freust?
Katarina Hartmann: Ja, die CD-Präsentation am Freitag, dann Viktor Halbnarr von Thomas Bernhard mit Alenka Hain in St. Johann, mit Ute Liepold gibt es ein Projekt, im Stadttheater „Figaro lässt sich scheiden“, und am 17. die Lange Nacht der kurzen Musik im Stadttheater.

Zum Album

Die Kärntner Slowenin Katarina Hartmann ist Schauspielerin und Sängerin. Zehn Lieder, die leicht ins Ohr gehen, sind auf ihrem Album zu finden. Dem Zuhörer eröffnet sich eine „musikalische Lichtung“. Man findet sich weg vom Alltag auf einer bunten Liederwiese wieder. Das Erstlingswerk überzeugt mit Balladen – Songs mit Deutschpop-Sound wechseln mit funkig-groovigen Stücken. Manche Songs beginnen sanft und wechseln zu Passagen mit harten Riffs. Auch gelungener Happysound ist auf dem Album zu finden.
Tickets: www.oeticket.com

Autor: Pia Kulmesch, 30.08.2021