Hippocampus: Roadtrip durch den Literaturbetrieb

Helene Schulze, vergessene Autorin der feministischen Avantgarde, ist tot. Jetzt wird sie als Kandidatin für den Deutschen Buchpreis gehandelt. Ihre Freundin Elvira Katzenschlager soll den Nachlass sortieren und findet sich unversehens in einer Marketingmaschinerie voll Gier, Neid und Sensationsgeilheit wieder. Empört bricht sie ein großes Nachruf-Interview ab und begibt sich mit dem wesentlich jüngeren Kameramann Adrian auf einen Roadtrip durch Österreich, um die verzerrte Biografie ihrer Freundin richtigzustellen.

Mehr Rebellion & Mut

Was als origineller Rachefeldzug beginnt, wird immer mehr zum Kreuzzug gegen Bigotterie und Sexismus. Sie verkleiden Heldenstatuen, demontieren Bildstöcke und stören Preisverleihungen. Immer atemloser, immer krimineller werden die Regelbrüche der beiden auf ihrem Weg nach Neapel, wo die letzte Aktion geplant ist. Gertraud Klemm legt den Finger dorthin, wo es wehtut. Am Beispiel der Literaturbranche zeigt sie, wie es um die gleichberechtigte Wahrnehmung von Frauen tatsächlich steht; und dass es mehr Rebellion und Mut braucht, um wirklich etwas zu verändern.

Termine

Die Uraufführung (Koproduktion mit dem Theaterland Steiemark / "werkstatt"-Festival) geht am 9. September im Tonhof in Maria Saal über die Bühne. Weitere Aufführungen: 11., 12., 16., 17., 18., 19., 23., 24. und 25. September. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Am 26. September schlägt die Crew ihre Zelte in der Werkstatt Festival Steiermark und am 28. September im Baden Theater am Steg auf.

Tickets gibt es unter www.oeticket.at

Gertraud Klemm hat mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht und wurde u.a. mit dem Lise-Meitner-Literaturpreis, dem Harder Literaturpreis und dem Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Ihr Roman „Aberland“ stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2015, 2020 erhielt sie den Outstanding Artist Award für Literatur. Sie lebt als Schriftstellerin in Pfaffstätten.

Ute Liepold hat in Wien feministische Philosophie studiert und leitet das Theater Wolkenflug. Sie hat an verschiedenen Theater gearbeitet (u.a. Stadttheater Klagenfurt, Landestheater Vorarlberg, neue bühne villach) und wurde u.a. mit dem Öst. Dramatikerstipendium ausgezeichnet. Ihre Inszenierung von Robert Woelfls „wir verkaufen immer“ wurde 2013 für den Nestroy-Theaterpreis nominiert, ebenso wie ihr Theaterstück „Lavant!“ im Jahr 2015.

Seraphine Rastl studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst in Graz. Danach Ensemble-Mitglied am Schauspiel Essen, Staatstheater Wiesbaden, Klagenfurter Stadttheater, Engagements u.a. am Grazer Schauspielhaus, Theaer der Jugend Wien, Vereinigte Bühnen Bozen und Theater Wolkenflug. Zahlreiche Engagements im Film, u.a. „Die Vaterlosen“ und im Fernsehen (Soko Kitzbühel, Soko Donau etc.).

Andreas Jähnert studierte Schauspiel in Berlin. Er spielte unter anderem an der Berliner Akademie der Künste, den Schwetzingen Festspielen, der Komischen Oper Berlin, beim aktionstheater ensemble und am Vorarlberger Landestheater. Am Theater Wolkenflug war er 2017 in „Tanzcafe Treblinka“ zu sehen.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 02.09.2020