Frage der Woche: Soll das Apotheken-Monopol fallen?

Sei Jahren kämpft die deutsche Drogeriemarkt-Kette "dm" (vergeblich) darum, in Österreich rezeptfreie Medikamente in ihr Sortiment aufnehmen zu dürfen. Bis zu 40 Prozent weniger könnten Produkte wie Bepanthen, Supradyn oder Wick Vaporub kosten, würde man sie im Drogeriemarkt kaufen können, heißt es seitens des Konzerns. Immerhin sei auch die Bestellung rezeptfreier Medikamente in Online-Apotheken möglich, niemad äußere hier Bedenken in Bezug auf mangelnde Beratung oder mögliche Qualitätseinbußen durch den Transport. Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshof in dieser Causa steht allerdings noch aus.

Das sagen die ExperteInnen:

Beate Prettner, Gesundheitsreferentin: "Medikamente sind keine Zuckerln, die man im Vorbeigehen aus dem Supermarktregal mitnimmt. Es handelt sich um pharmazeutische Produkte, deren Einnahme genau abzuwägen ist: Es ist ein Irrglaube, dass etwa Halstabletten nie schaden können. Dieses Signal würde man aber aussenden. Auch als harmlos eingestufte Tabletten können abhängig machen. Mit Nahrungsergänzungsmitteln und Vitaminpräparaten verfügen Drogeriemärkte bereits über ein großes Sortiment."

Foto: ©Gernot Gleiss

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Schritt №486980

Bis zu 40 Prozent weniger könnten rezeptfreie Medikamente wie Nasensprays, Halstabletten und manche Grippemittel kosten, würden sie im Handel verkauft werden anstatt in Apotheken. Sollten solche Mittel künftig auch in Drogerie- und Supermarktregalen zu finden sein?

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic, 08.11.2020