Brustkrebs: 400 Kärntnerinnen erkranken jährlich

Der Brustkrebsmonat Oktober soll international die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Brustkrebs in das öffentliche Bewusstsein rücken. Jede 8. Frau in Österreich erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Rund 400 Frauen werden allein in Kärnten jährlich mit dieser Diagnose konfrontiert. Was viele nicht wissen: Fast 90 Prozent der Betroffenen können geheilt werden.

Interdisziplinär

Über 1.500 Brusterkrankungen wurden seit dem Aufbau des Brustzentrums Kärnten am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan erfolgreich behandelt. Zum Netzwerk des Brustzentrums Kärnten gehören alle an der Diagnostik und Behandlung von Brustkrebs beteiligten Experten aus den Bereichen Chirurgie, Radiologie, Radio-Onkologie, Innere Medizin, Pathologie, Anästhesiologie, „Breast Care Nurses“, dem psychologischen Dienst, der Physiotherapie, dem Sozialdienst und der Seelsorge.

Nadine Poschinger-Fuchs | Credit: NPF

Einblick in die Behandlung

Nadine Poschinger-Fuchs ist „Breast Care Nurse“ am Brustzentrum Kärnten am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan. 2018 wurde sie österreichweit zur „Pflegerin mit Herz“ gewählt – knapp zwei Jahre später teilt sie ihr Fachwissen rund um das Thema als Co-Autorin in der kürzlich erschienenen Neuauflage des Standardwerks unter den Brustkrebs-Lehrbüchern. Poschinger-Fuchs befasste sich im Rahmen ihrer Recherche mit den Kapiteln Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Krebsbehandlung und schrieb zusätzlich über das Thema Erstdiagnose. Dabei geht es um eine ausführliche Fallvorstellung einer Patientin, welche die Diagnose „Brustkrebs“ erhält mit all ihren Ängsten, der unendlichen Verzweiflung, begleitet von Wut und Trauer aber auch geprägt von Hoffnung und Optimismus.

Ausgezeichnet

Zusätzlich hat das Brustzentrum Kärnten gerade erst seine Vorreiterrolle in der Diagnose und Therapie von Frauen mit Brustkrebs durch die Re-Zertifizierung erneut bestätigt. Die Re-Zertifizierung durch die Doc-Cert AG, die größte wissenschaftliche Fachgesellschaft, soll die hohe fachliche Qualität in der Brustkrebsbehandlung sichern. Die Re-Zertifizierung hat das Brustzentrum Kärnten pünktlich zum Start des Brustkrebsmonats Oktober erhalten. Besonders hervorheben muss man hier, dass es das Ziel der Chirurgen ist, den chirurgischen Eingriff möglichst klein zu halten bzw. brusterhaltend zu operieren. Mit einer Chemotherapie, häufig in Kombination mit einer Antikörpertherapie, bereits vor der Operation kann der Tumor oft geschrumpft oder sogar eliminiert werden. Damit steigen die Chancen der Frau, dass sie ihre Brüste behalten kann.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 30.09.2020