Blick auf die neue Justizanstalt beim Flughafen

Das neue Justizvollzugsgebäude, das nach einer europaweiten Ausschreibung nun vom Architekturbüro Zinterl geplant wird, wird auf einem rund 80.000 Quadratmeter großen Areal nordöstlich des Flughafens in Klagenfurt entstehen. Rund 100 Millionen Euro werden in den über 22.000 Quadratmeter großen Neubau investiert, der Baubeginn für die insgesamt 425 Haftplätze erfolgt im Herbst 2022, die Fertigstellung ist für 2025 geplant. "Die Pläne des Baus entsprechen den hohen Anforderungen und tragen den wichtigen Resozialisierungsansatz in sich. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für die gute Vorarbeit, die auch innerhalb der Bevölkerung eine gewisse Grundakzeptanz zu diesem Bau ermöglicht hat. Wir brauchen diese Einrichtung und der gewählte Standort ist ein vernünftiger. Die Wertigkeit einer Gesellschaft zeigt sich auch daran, wie sie mit jenen, die am Rand stehen, umgeht", so Landeshauptmann Peter Kaiser.

Homogene Struktur

Und so soll es aussehen: Das Gewinnerprojekt sieht ein sternenförmig angelegtes Gebäude mit fünf Armen vor. Ein Arm dient der Erschließung und beherbergt allgemeine Bereiche wie beispielsweise einen Mehrzwecksaal, die Krankenstation und eine Bibliothek. Die weiteren vier Arme nehmen die geforderten Departments mit den Hafträumen auf. Diese sind jeweils an nur einer Fassadenseite angesiedelt, sodass keine Sichtverbindung zwischen den unterschiedlichen Departments möglich ist. Zudem verfügt jeder Arm über dieselben allgemeinen Bereiche wie Schulungsräume, Teeküchen und Freizeiträume. Zwischen den Gebäudearmen befinden sich die Spazierhöfe. Diese durch die Sternenform gewährleistete homogene Struktur erlaubt eine flexible Anordnung der unterschiedlichen Haftabteilungen. In einem zusätzlichen Trakt werden Wachzimmer, die Verwaltung sowie die Vernehmungs- und Besucherzone untergebracht. Im vorgesehenen Werkstättentrakt können die Insassen in der Schlosserei, Tischlerei oder den Kunsträumen handwerklichen Tätigkeiten nachgehen. In einem zusätzlichen Trakt werden Wachzimmer, die Verwaltung sowie die Vernehmungs- und Besucherzone untergebracht. Im vorgesehenen Werkstättentrakt können die Insassen in der Schlosserei, Tischlerei oder den Kunsträumen handwerklichen Tätigkeiten nachgehen.

Ministerin Alma Zadic und LH Peter Kaiser | Credit: LPD/Hannes Krainz

Nachhaltigkeit

"Dieses große Bauvorhaben ist ein bedeutender Konjunkturimpuls, durch den zahlreiche Arbeitsplätze gesichert werden. Jetzt, wo der Wettbewerb entschieden ist, beginnt gemeinsam mit den Sieger-Architekten die Planungsphase", sagt Wolfgang Gleissner, Geschäftsführer der BIG. "Es ist mir ein großes Anliegen, dass bei diesem richtungsweisenden Bau besonderer Wert auf architektonische und auf ökologisch-nachhaltige Qualität gelegt wird", sagt Justizministerin Alma Zadic. Seit Anfang 2020 wird bei allen Neubau- und Sanierungsprojekten des BIG-Konzerns der Mindeststandard für Nachhaltigkeit angewendet. Dementsprechend wird nach strengen Kriterien gebaut, die allesamt über den gesetzlich vorgeschriebenen Anforderungen liegen. In der Praxis bedeutet das, den Lebenszyklus der Immobilie zu betrachten – das betrifft z.B. die Planung und den Betrieb. Außerdem muss mindestens der Nachhaltigkeitsstandard klimaaktiv Silber erreicht werden. Durch die geplante Massivbauweise des Gebäudes werden der Heiz- und Kühlbedarf reduziert. Energieeffiziente Beleuchtungssysteme und Wasserspareinrichtungen sorgen für eine ressourcenschonende Betriebsführung. Als weitere nachhaltige Maßnahmen sind die Errichtung einer Photovoltaikanlage am Dach und eine Energienutzung durch Geothermie geplant. Durch die teilweise Eigenverschattung, die Geometrie der Baukörper, die Verwendung von Sonnenschutzverglasung und die Begrünung der Höfe und Freiflächen wird einer sommerlichen Überhitzung vorgebeugt sowie das Umgebungsklima verbessert.

Ausstellung

Noch bis Ende des Monats sind alle eingereichten Pläne im Rahmen einer Ausstellung in den Räumlichkeiten der Bundesimmobiliengesellschaft (Herrengasse 9, Klagenfurt) öffentlich zugänglich.

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Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 16.10.2020