Aus Liebe zum Tier

Das TiKo Klagenfurt sorgt sich liebevoll um Hunde, Katzen, Klein-, Nutz- und Wildtiere. Dabei ist es auch auf unsere Hilfe angewiesen. Wie man Unterstützung anbieten kann, erfahren Sie in dieser Reportage.
Autor: Pia Kulmesch, 21.07.2022 um 09:05 Uhr

Das TierschutzKompetenzzentrum TiKo in Klagenfurt konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte: die Aufnahme und Versorgung von zurückgelassenen Tieren, beispielsweise, wenn die Besitzer sie nicht mehr halten können, sowie die Tierrettung, die für ganz Kärnten zuständig ist – und das tagtäglich, rund um die Uhr, das ganze Jahr über. Im vergangenen Jahr kam es zu 800 Einsätzen und 3000 Anrufen. Vieles kann bereits am Telefon geklärt werden, beispielsweise, was zu tun ist, wenn ein Vögelchen gegen die Scheibe kracht. Außerdem ist das TiKo auf die Bewusstseinsbildung zum Tierschutz spezialisiert, so gibt es die Initiative Tierschutz für KIDS: Kindergärten und Schulen kommen ins Haus oder es werden Vorträge gehalten. Mit Spielen und Kreativität soll das Bewusstsein geschärft werden.

Hohe Kosten

130 Katzen, davon 50 Jungkatzen, 50 Hunde und 62 Kleintiere (Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Wellensittiche) versorgt das TiKo in Klagenfurt zurzeit. Dazu kommen noch 32 Nutztiere (Ziegen, Schweine, Hühner, Präriehunde) und 18 Wildtiere (Wildvögel, Spatzen, Amseln, Krähen, Schwäne, Fledermäuse). Ganz schön viel – und das kostet natürlich. Rund 1,2 Millionen Euro beträgt das nötige Jahresbudget, wobei es zu einem jährlichen Defizit von 400.000 Euro kommt. 20 Prozent der Jahreskosten tragen das Land Kärnten und die Stadt Klagenfurt, der Rest kommt von (Groß-)Spenden, Einnahmen, Adoptionsgebühren, Personalkostenzuschüssen oder Patenschaften. Davon müssen nicht nur Futter und Medikamente für die Tiere bezahlt werden, sondern auch die 24 Mitarbeiter (Tierpfleger, Geschäftsführung, Buchhaltung, Ofiice-Mitarbeiter, Marketing, Reinigungskraft und Hausmeister).

Unterstützung

Mit dem Ableben von TiKo-Gönnerin Gräfin Heidi Goëss-Horten wurde nicht nur emotional ein großes Loch in das TierschutzKompetenzzentrum gerissen – auch wie es finanziell weiter geht, wird sich klären. Jeder, der will, kann das TiKo unterstützen. Es müssen nicht immer große Beträge sein. So kann man eine Mitgliedschaft abschließen, Veranstaltungen besuchen (Infos auf der Website), ehrenamtlich mitarbeiten, Gartenarbeit oder leichtere Bürotätigkeiten übernehmen, bei Veranstaltungen aushelfen oder Sachspenden übermitteln (Futter, Decken, Handtücher, Spielzeug, Katzen-Transportkästen). Am besten vorher anrufen und nachfragen, welche Sachspenden benötigt werden. Aber auch persönlich kann man dem TiKo einen Besuch abstatten und vor Ort erfahren, wie man am besten Hilfe leisten kann. Eine Möglichkeit ist auch, eine jederzeit kündbare Patenschaft für ein Tier abzuschließen, bei der man monatlich Geldbeträge überweist und sich etwa mit einem Spaziergang um das Tier kümmert.

Wichtige Fragen

Wenn Sie sich damit beschäftigen, ein Haustier anzuschaffen, sollten zuerst einige wichtige Fragen geklärt werden, die Nina Zesar vom TiKo kennt: „Habe ich genug Zeit für ein Tier – auch längerfristig, in zehn Jahren? Wie ist es um meine finanzielle Situation bestellt? Ein Tier kostet viel Geld, beispielsweise gibt es laufende Tierarztkosten, Futterkosten, Ausstattungskosten usw. Außerdem: sind alle Familienmitglieder einverstanden und kann sich jemand um mein Haustier kümmern, wenn ich in den Urlaub fahre?“

Events

Im Klagenfurter TierschutzKompentenzzentrum bemüht man sich um regelmäßige Events. In den Sommermonaten gibt es die Aktion „Kinder lesen Katzen vor“, montags zwischen 14.00 und 16.00 Uhr, für 6- bis 14-Jährige. Die Idee stammt ursprünglich aus den USA: Kinder sind allein bei den Katzen im Gehege und lernen, laut zu lesen. Aber auch für die Katzen ist es ein Training, denn scheue Tiere werden so langsam an den Menschen gewöhnt.
Am 01. Oktober gibt es zudem einen Tag der offenen Tür, an dem man sich das Zentrum ansehen und dort einen Tag mit der Familie verbringen kann.
Im kommenden Jahr werden außerdem zwei Jubiläen gefeiert: 150 Jahre Landestierschutzverein sowie das zehnjährige Jubiläum des neuen Gebäudes, das damals durch Mittel aus öffentlicher Hand sowie eine großzügige Spende von Gräfin Heidi Goëss-Horten verwirklicht werden konnte.