Mr. Bodypainting im Interview

Weekend: Wie fühlt es sich an, nach zwei Jahren Corona-Pause wieder ein World Bodypainting Festival auf die Beine stellen zu können?
Alex Barendregt: Großartig! Wir waren in den vergangenen zwei Jahren jedoch nicht untätig, sondern haben eine alternative Online-Version des Festivals veranstaltet. Unsere dadurch verbesserten Kompetenzen der digitalen Inszenierung werden zudem in das kommende Live-Festival einfließen und es um zusätzliche spannende Erlebnisdimensionen bereichern. Außerdem freue ich mich auf eine besonders intensive Stimmung, da ich unter vielen Menschen einen regelrechten Heißhunger darauf wahrnehme, Kultur live zu genießen.

Weekend: Was macht für Sie die Faszination des Bodypaintings aus?
Alex Barendregt: Vor allem die vielfältigen Möglichkeiten der ästhetischen Inszenierung des menschlichen Körpers. Dieser dient den Künstlern nicht nur als Leinwand, sondern kann auch multimedial in Szene gesetzt oder in eine spektakuläre Performance integriert werden. Die erotische Ausstrahlung einiger Darbietungen entfaltet ebenfalls einen besonderen Reiz, stellt jedoch nur eine Facette der vielgestaltigen Bodypainting-Kunst dar.

Weekend: Welches Resümee ziehen Sie anlässlich des 25-jährigen Jubiläums Ihres Festivals?
Alex Barendregt: Es stimmt mich einerseits ungemein stolz, dass unsere Veranstaltung als Geburtsstunde der modernen Bodypainting-Bewegung fungiert und deren Weiterentwicklung entscheidend mitgestaltet hat. Andererseits kostet die Durchführung dieses defacto Nonprofit- Events ungemein viel Kraft und Mühe. Zudem mussten wir im Laufe der Jahre auch den einen oder anderen Standortwechsel vornehmen. Es war uns jedoch immer eine Herzensangelegenheit, das Festival in Kärnten durchzuführen.

Alex Barendregt vor einem großen Denkmal in Kiev

Weekend: Auf welche Highlights darf sich das Publikum heuer besonders freuen?
Alex Barendregt: Die Besucher können in diesem Jahr wieder in gewohnter Form im Goethepark in eine fantastische Erlebniswelt aus Kunst und Musik eintauchen. Neben der Weltmeisterschaft im Bodypainting bekommen sie täglich viele Stunden feinster Unterhaltung geboten. Unser Musikprogramm schlägt etwa eine Brücke zwischen breitenwirksamer und alternativer Musik und holt angesagte Künstler wie Gentleman, Mathea, Kreiml & Samurai, Esther Graf oder Ian Jules auf die Bühne. Ferner werden die Tickets heuer nicht wie so vieles teurer, sondern man kann sie bereits für € 15 für den ersten Haupttag bzw. € 25 für die restlichen Tage im VVK erwerben. Ein Teil der Einnahmen wird zudem für die Opfer des Ukrainekrieges gespendet.

Weekend: Wie sehen Sie die Zukunft des Festivals?
Alex Barendregt: Mir schwebt schon seit Längerem eine Transformation in eine Kunstveranstaltung im Stil der Art Basel vor, bei der Körperkunst auf unterschiedlichsten Ebenen an diversen Orten in der ganzen Stadt inszeniert wird.

Autor: Stefan Kohlmaier, 28.04.2022