Ab zum Mars - mit Klagenfurter Technologie

2013 führte der damalige JPL-NASA-Mitarbeiter Stephan Weiss, Professor am AAU-Institut für Intelligente Systemtechnologie, seine Drohnen-Navigationstechnologie bei einer Flugdemonstration dem damaligen JPL-Leiter Charles Elachi vor. Dieser fragte ihn schließlich: „Can we fly this on Mars?“ Dies war der Startpunkt für eine erfolgreiche Entwicklungsgeschichte, die nun am 30. Juli 2020 darin gipfeln wird, dass eine adaptierte Version von der von Stephan Weiss entwickelten Drohnenflugtechnik bei der Mars-Mission 2020 zum Einsatz kommen wird.

Neuer Blickwinkel

Der Mars-Helikopter wird erstmals Flüge in der Atmosphäre eines anderen Planeten durchführen. In Zukunft will man so neue Blickwinkel auf den bisher fremden Planeten einnehmen können. Der kleine Helikopter ist unbemannt. Da es am Mars keine Orientierungspunkte wie GPS gibt, muss der Helikopter seine Kameras wie Augen nutzen, um sich orientieren zu können.

Ohne GPS-Signal

An der Entstehung dieses Mars-Helikopters hat Stephan Weiss entscheidenden Anteil. Er hat für seine Dissertation an der ETH Zürich den Algorithmus entwickelt, der die Navigation mittels Kamera, also ohne GPS-Signal, ermöglicht. Die Technologie wurde in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und wird nun bei der Mars-Mission, die am 30. Juli startet, zum Einsatz kommen. Stephan Weiss dazu:

Am Anfang standen ein paar Zeilen am Computer; nun hebt die Idee tatsächlich ab und ermöglicht bisher Undenkbares zur Erkundung neuer Sphären. Es freut mich außerordentlich, dass meine Arbeit und Ideen damals in meiner Dissertation zu diesem Schritt in der Erkundung des Mars beitragen konnten.

Autor: Mirela Nowak-Karijasevic , 20.07.2020