5 empfehlenswerte Kärntner Kulturtipps

Mit den allgemeinen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen ist auch die Kunst- und Kulturszene in unserem Land aus ihrem unfreiwilligen Dornröschenschlaf erwacht. Nach einer schier endlos anmutenden Zwangspause können Kunstliebhaber ihren Hunger nach kulturellen Delikatessen somit endlich wieder mit ergreifenden Theaterbesuchen, inspirierenden Streifzügen durch Museen oder auf beschwingten Konzerten stillen. Vor diesem Hintergrund haben wir für Sie eine kleine, aber feine Auswahl an Kulturtipps zusammengestellt, die die mannigfaltige Bandbreite des Kärntner Kulturangebots repräsentiert.

Alternatives Theater

Ein Theatererlebnis der unvergleichlichen Art bietet beispielsweise ein Besuch einer Vorstellung des klagenfurter ensembles. Das alternative Theater hat sich auf die Inszenierung kritischer literarischer Texte lebender Autoren spezialisiert, die über den kreativen Einsatz von Tanz, Musik, Performance oder Elektronischen Medien für alle Sinne adaptiert werden. Von 11. August bis 12. September begibt sich das klagenfurter ensemble zudem auf Reisen und führt an fünf unterschiedlichen Spielorten (Berg im Drautal, Kamering, Leppen, Maria Saal und Villach) die Eigenproduktion „Wir kamen und sie brauchten uns“ auf. Das als Siegerprojekt beim 1. Open Call der Kärntner Kulturstiftung ausgezeichnete Stück beschäftigt sich mit obsolet gewordenen Traditionen und begeistert mit einem spektakulären Bühnenbild, bestehend aus von Manfred Bockelmann modellierten Riesenfiguren.

Ein klassisches Gemälde, das eine religiöse Szene aus Zeiten der Pest zeigt

Geschichte der Seuchen

Ein spannender Nachmittag lässt sich außerdem im Museum des Benediktiner Stifts St. Paul im Lavanttal verbringen. Dort wird in einer Themenausstellung die Geschichte der Seuchen und Krankheiten lebendig, die die Menschheit seit jeher begleiten und mitunter ganze Landstriche entvölkerten. Erzählt wird jedoch auch von großen Medizinern, die mit revolutionärem Pioniergeist gegen die furchteinflößenden Pandemien ankämpften und daher wesentlichen Anteil daran hatten, dass die Menschheit sich niemals aufgab und stets neuen Lebensmut fasste. Bedeutende Ärzte wie Robert Koch, Alexander Flemming oder Paracelsus, der die nahe gelegene Domschule zu St. Andrä besuchte.

Ein gläserner Schaukasten mit unzähligen Fotos und handschriftlichen Aufzeichnungen Peter Handkes

Nobelpreisträger

Literaturliebhaber können im Stift Griffen auf den Spuren des einzigen Kärntner Literaturnobelpreisträgers wandeln. Die Peter Handke Dauerausstellung widmet sich an acht Stationen unterschiedlichen Aspekten des Lebens und Schaffens des Schriftstellers: von seiner Kindheit und Jugend in Griffen über sein Wirken als Autor sowie Filmschaffender bis hin zu seinen Reisen und Tätigkeiten als Übersetzer. Dabei geben insgesamt 335 Exponate – Notizbücher, Fotos, Manuskriptblätter, Briefe und Druckfahnen – Einblick in den vielseitigen Schaffenskosmos des Literaten von Weltgeltung.

Der jugendliche Pianist Elias Keller sitzt an einem Flügel an dem die Obfrau des Musikvereins Promusica Carinthia lehnt

Crossover

Der Musikverein PROMUSICA CARINTHIA veranstaltet seit 2013 Konzerte und entwickelt künstlerisch-kulturelle Projekte, die sich insbesondere der klassischen Musik sowie ausgefallenen Crossover-Projekten verschrieben haben. Das Ergebnis sind originelle Matineen (einmal pro Monat) und mehrtägige Konzert-Festivals, die Genregrenzen überwinden und auf den ersten Blick inkompatible Stile virtuos vereinen. In den Sommermonaten August und September können sich aufgeschlossene Musikliebhaber von experimentellen Klängen verzaubern lassen, wenn beispielsweise Extremschrammler Roland Neuwirth seine Kompositionen mit dem Streicherquartett „radio.string.quartet“ neu interpretiert oder das Bläsertrio „Wieder, Gansch und Paul“ Klassiker der Beatles oder Georg Danzers mit Trompete, Tuba und Posaune anstimmt.

Ein Ausstellungsraum im architektonisch mittelalterlichen Stil mit Werken Pablo Picasso's

Jahrhundertgenie

Den Meisterwerken des genialen Pablo Picasso begegnet man schlussendlich in der Künstlerstadt Gmünd. Noch bis 26. September 2021 werden in dem historischen Stadtturm zahlreiche Lithografien, Radierungen und farbige Linolschnitte ausgestellt, die man in der Regel sonst nur in großen internationalen Museen bestaunen kann. Die epochalen Kunstwerke lassen ihre Betrachter in die faszinierende Welt des Jahrhundertkünstlers eintauchen und behandeln Themen, die nichts an ihrer Aktualität eingebüßt haben: etwa den ewigen Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau, das Verhältnis von Künstler und Modell sowie mythologische Symbole der Männlichkeit.

Autor: Stefan Kohlmaier, 10.06.2021