Die Bergsportart mit den meisten Toten

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat die Zahlen für den heurigen Bergsommer veröffentlicht. Die meisten (tödlichen) Unfälle ereigneten sich in Tirol.
Autor: Simone Reitmeier, 28.10.2022 um 11:13 Uhr

Mehr Unfälle, weniger Tote: Im diesjährigen Sommer verunfallten in Österreichs Bergen insgesamt 3.850 Personen, etwa die Hälfte davon waren Österreicher. Knapp 2.400 Menschen trugen Verletzungen davon, 1.320 blieben hingegen unverletzt. Die Zahl der Toten ist mit 133 niedriger als im 10-Jahres-Schnitt (Mittel: 145), jene der Verunfallten gesamt betrachtet aber um etwa zehn Prozent höher (Mittel: 3.350).

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Wandern fordert die meisten Menschenleben

Beim Wandern und Bergsteigen gehen im Verhältnis doppelt so viele Unfälle tödlich aus als beim Biken oder Klettern. Von 68 Todesfällen starben 40 Prozent infolge eines Herz-Kreislauf-Versagens, 31 Prozent durch Sturz, Stolpern oder Ausgleiten sowie 18 Prozent durch einen Absturz. Bei den Verletzten ist meist Stolpern oder Stürzen die Unfallursache (75 Prozent).

Von insgesamt zwölf tödlichen Kletterunfällen ereigneten sich fünf auf Klettersteigen. Bei den Mountainbikern starben fünf von neun Personen an Herz-Kreislauf-Versagen und vier in Folge eines Sturzes.

Grafik: Bergsommer in Zahlen. | Credit: APA-Grafik / picturedesk.com / Quelle: Kuratorium für alpine Sicherheit

Tirol führt die traurige Liste an

Von insgesamt 3.058 Unfällen österreichweit ereigneten sich 1.418 in Tirol, gefolgt von 319 in Vorarlberg und 306 in Salzburg. „Viele Einsätze sind auf schlechte Tourenvorbereitung und ungenügende körperliche Verfassung zurückzuführen, die eigentlich vermieden werden könnten“, erläutert Hans Ebner, Leiter der Alpinpolizei.Von den 133 Alpintoten kamen 54 in Tirol ums Leben, 17 in der Steiermark und 16 in Niederösterreich.

Höhepunkt in den Alpen: Unfall-Drama in den Dolomiten

Am 3. Juli 2022 löste sich an der Marmolata (auch Marmolada) in den italienischen Dolomiten ein Eisblock vom Gletscher und riss elf Bergsteiger in den Tod. Experten vermuten, dass der Eissturz auf die hohen Temperaturen im Sommer zurückzuführen sei. An manchen Tagen wurden im Marmolata-Gebirge über  +17 Grad Celsius gemessen, am Gipfel +10 Grad Celsius. „Die Klimakrise verändert das alpine Umfeld radikal, zum Beispiel schmelzen die Gletscher massiv ab […]. Der Eissturz an der Marmolada war der dramatische Höhepunkt dieser Saison in den Alpen“, informiert Peter Paal, Präsident des Österreichisches Kuratriums für Alpine Sicherheit.

Hubschrauber beim Eissturz im Marmolata-Gebirge. | Credit: PIERRE TEYSSOT / AFP / picturedesk.com