Zum 100. Sieg: 7 Dinge, die Sie nicht über Lewis Hamilton wussten

Lewis Hamilton sitzt alleine am Tisch und starrt etwas bedröppelt auf die leeren Stühle neben ihm. "Lewis Hamilton und alle anderen 100-fachen Formel-1-Sieger", schreibt sein Mercedes-Team zu dem augenzwinkernden Instagram-Post. Als erster und auf sicher lange, lange Zeit auch einziger Rennfahrer hat der 36-Jährige diese Marke übertroffen. Es war sein 281. Rennen.

Sein Schulkollege wurde Fußballstar

Ashley Young war zehn Jahre lang englischer Fußball-Nationalspieler, absolvierte fast 200 Spiele für Manchester United und ist nun bei Inter Mailand unter Vertrag – und er war einst in Stevenage Schulkollege von Lewis Hamilton. Die beiden spielten sogar gemeinsam im dortigen Junioren-Team. "Er sagte, er wäre ein besserer Kicker als ich", erinnert sich der Fußball-Star lachend, "er war ganz okay - aber im Rennwagen ist er sicher besser aufgehoben..." Man kam gut miteinander aus, so Young, aber der Kontakt ist nach der Schulzeit abgerissen.

Seine Designs für Tommy Hilfiger

Die oftmals gewagten Outfits des Champions, die selbst jene von Thomas Gottschalk zu "Wetten, dass..?"-Zeiten wie brave Schuluniformen aussehen lassen, sind längst legendär und gehören zum Image von Hamilton einfach dazu. Ob im kleinteiligen Karomuster á la Nick Knatterton, ob ganz in Pink oder in schrägen Kombinationen wie zuletzt in einem Outfit von Kenneth Nicholson für die Met Gala ("Sein Handwerk und seine Blickwinkel bereichern Männerkleidung in wahrhaft inspirierender Weise. Ein Traum!"), seine Fashion ist für Hamilton, diesbezüglich ein absolut schräger Vogel, auch ein Statement. Nicht zuletzt betätigt er sich auch als Designer – es gibt bereits mehrere Hamilton-Kollektionen für Tommy Hilfiger.

Sein Schwager ist Tätowierer

Eine seiner älteren Halbschwestern ist mit einem Tätowierer verheiratet. "Darum waren Tattoos für mich immer etwas ganz normales", sagt Hamilton. Das erste seiner unzähligen Tätowierungen – das große, von seinem Jugend-Idol Tupac Shakur inspirierte Kreuz auf seinem Rücken – ließ er aber von Promi-Tätowierer "Mr. Tattoo" in Los Angeles stechen, in einer einzigen Zehn-Stunden-Sitzung. Überhaupt sind religiöse Motive für den gläubigen Christen sehr wichtig, so hat er die Madonna von Michelangelo auf dem rechten Oberarm. Ein Löwe ziert sein linkes Schlüsselbein und ein Kompass seine Brust sowie "Krieger" und "Liebe" in chinesischer Schrift links am Oberkörper.

Sein soziales Engagement

Als dunkelhäutiger Mann – Sohn eines Vaters aus der Karibik und einer englischen Mutter - ist Hamilton im sonst sehr weißen Rennsport eine absolute Ausnahmeerscheinung. Seine öffentliche Sichtbarkeit nützt er, um Rassismus anzuprangern, für Inklusion zu werben und Geld für wohltätige Zwecke aufzustellen. So ist gerade im vergangenen Sommer seine in Anlehnung an seine Startnummer "Mission 44" genannte Charity gestartet. Alleine 23,5 Millionen Euro steuerte Hamilton aus eigener Tasche bei, um unterrepräsentierte Gruppen in seiner britischen Heimat zu unterstützen.

Schon früh im Leben musste ich aus eigener Hand erfahren, wie die Herkunft die Zukunft beeinflussen kann. Ich konnte diese widrigen Umstände dank Hilfe und dem Glück guter Gelegenheiten hinter mir lassen", erklärt Hamilton mit Blick auf seinen Vater Anthony und seinen Förderer und späteren Teamchef Ron Dennis, "ich möchte sicherstellen, dass dies auch anderen jungen Menschen mit ähnlichem Background gelingen kann."

Sein Liebesleben

Die ekstatisch kreischende, hüpfende und ausrastende Nicole Scherzinger war das Symbolbild von Lewis Hamiltons dramatischem ersten WM-Titel 2008 – der Rennfahrer und die Pussycat-Dolls-Sängerin führten von 2007 bis 2015 eine On-Off-Beziehung, deren Status sich oft im Wochentakt änderte. Seither gibt es keine Frau, die sich an Hamiltons Seite zeigt. "Mein Liebesleben ist nicht existent", gab er gegenüber der "Times" zu Protokoll. Obwohl ihm immer wieder die eine oder andere Liaison nachgesagt wird – etwa mit Sängerin Rita Ora oder mit Model Grace Lindley – teilt Hamilton sein öffentliches Leben nur mit Hündchen Roscoe, der sogar ein eigenes Instagram-Profil hat.

Sein erster Sieg - Alex Wurz' letztes Podium

2007 kam er beim damals dominierenden McLaren-Team in die Formel 1, um neben dem damals amtierenden Weltmeister Fernando Alonso zu lernen. Lewis war aber sofort schnell, kam in den ersten neun Rennen stets aufs Podium und gewann bei seinem sechsten Antreten erstmals - beim Rennen in Montréal. Wer in Kanada mit Hamilton auf dem Stockerl stand? Alexander Wurz! Der populäre ORF-Kommentator wurde damals in seiner letzten Saison als F1-Fahrer Dritter. Es war das letzte Mal, dass Wurz am Podium stand - tatsächlich hat er sich an diesem Wochenende entschieden, sich aus der Formel 1 zurückzuziehen.

Seine erfolgreichsten Rennen

Von Australien bis Kanada, von Brasilien bis Japan, von Aserbaidschan bis Malaysia, von Portugal über Österreich bis Russland – Lewis Hamilton hat in fast jedem Land, in dem es Formel-1-Rennen gibt oder gab, gewonnen. Die meisten Siege fuhr er in Ungarn und seiner Heimat England ein (je 8x). Nur in Indien und Südkorea (wo es schon lange keine Rennen mehr gibt) und in Holland (wo man erst seit 2021 wieder unterwegs ist) klappte es bei den wenigen zur Verfügung stehenden Versuchen nicht...

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Autor: Philipp Eitzinger, 27.09.2021