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Läufer gibt alles beim Run durch Matsch und Regen | Credit: iStock.com/mihtiander
Bei Events wie dem Xletix sind die Teilnehmer voll gefordert
Bei Events wie dem Xletix sind die Teilnehmer voll gefordert
iStock.com/mihtiander

Xletix 2021: Geschafft! "Vom Challenger zum Finisher"

27.08.2021 um 13:36, Margit Kainz
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Wooohaa! Dieses Mal war ich dabei! Bei der Xletix Challenge 2021, die im Juli im Kühtai in Tirol stattfand.

Zugegeben, nicht als Teilnehmer, sondern als Zuschauer habe ich mich für euch unter die Menge gemischt, um der Faszination dieser Sportveranstaltung auf den Grund zu gehen. Und soviel sei vorab schon mal gesagt: Es war „einfach mega“, „echt cool“ und „total super“ – aber dies sind nur einige der vielen Ausrufe, die ich im Zielgelände von den sportbegeisterten Athleten nach Beendigung der Challenge entnommen habe. Doch was ist eigentlich Xletix und vor welche Herausforderungen werden die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestellt?

Extrem-Hindernislauf

Die Xletix Challenge ist ein Extrem-Hindernislauf, den es als Team oder als Einzelperson zu meistern gilt. Neben anspruchsvollen Laufstrecken sind auch kraftraubende Hindernisse zu überwinden, die abgesehen von „Schlamm“ und „Fun“ vor allem jede Menge Mut erfordern! Besonders „X-trem“ ging es auch heuer wieder im Kühtai zu. Zwei fordernde Distanzen - im Ausmaß von 12 Kilometer plus 25 Hindernisse oder 18 Kilometer plus 35 Hindernisse – standen zur Auswahl, wobei insgesamt bis zu 1.300 Höhenmeter bewältigt werden mussten. Was für den einen oder anderen jetzt vielleicht wie eine „Folter“ klingen mag, sollte für die rund 3.800 Teilnehmer jedoch zu einem unvergesslichen Tag in traumhafter Landschaft und mit spektakulären Ausblicken werden!

Steil nach oben

Der Startschuss erfolgte unter jubelnden Zurufen des Publikums, gruppenweise in 20-minütigen Abständen, in der Nähe der Talstation des Dreiseenlifts. Dann ging es bereits steil bergauf, sodass es mir beim Anblick allein schon die ersten Schweißperlen ins Gesicht trieb. Irgendwann entfernten sich die Läufer immer mehr aus meiner Sichtweite, doch dank meines Fernstechers konnte ich die Athleten zu einem späteren Zeitpunkt bei ihrem „Run“ in der schwindelerregenden Höhe entlang der Staumauer erneut beobachten.

Ins Ziel ohne Schweiß

Beim letzten Hindernis, nahe dem Zielgelände, war ich wieder live dabei und mir war klar, dass meine Armkraft für die Überwindung, dieses „Ninja Warrior“ ähnlichen Gebildes, niemals reichen würden! Von einer jungen Teilnehmerin, die als eine der ersten die Ziellinie überwunden hatte (ohne Schweißperlen im Gesicht!), wollte ich dann wissen, wie man sich denn eigentlich am besten auf solch eine Veranstaltung vorbereiten könnte.

Strafpunkte

„Ich bin eine leidenschaftliche Boulderin“ teilte sie mir mit. „Außerdem mache ich auch Leichtathletik und gehe regelmäßig laufen“. Okay, alles klar. Und was passiert eigentlich, wenn man ein Hindernis nicht ordnungsgemäß überwinden kann? „Dann gibt es Strafpunkte, besser gesagt Strafaufgaben, Liegestütz oder Burpees zum Beispiel.“ Von zusätzlich Strafen wie Extrarunden „mit einem Sandsack auf dem Rücken“, wie sie es schon mal erlebt hatte, wurde bei dieser Veranstaltung jedoch abgesehen!

Team hilft einander bei extremem Hürdenlauf | Credit: iStock.com/doble-d
Gleich ist es geschafft!

"Wiederholungstäter"

Wenig später kam ich mit einem älteren Mann ins Gespräch, der zum ersten Mal bei der Xletix Challenge an den Start ging. „Das war das erste, aber sicher nicht das letzte Mal!“ meinte er und strahlte mich an. Bestehe denn Suchtgefahr? „Jawohl und wie!“ In der Tat konnte ich viele „Wiederholungstäter“ treffen, die bereits zum 6. oder 7. Mal an den Start gingen. „Alle Jahre wieder!“ verkündete auch eine Gruppe in pinken Shirts, die eifrig für Erinnerungsfotos im Zielgelände posierten und ihre Muskeln spielen ließen. „Wie lange habt ihr denn für die Strecke gebraucht?“ wollte ich von ihnen wissen. „Circa 2,5 Stunden“ kam die stolze Antwort. Wow, das klingt großartig!

Zuvor hatte ich eine Zeitmessung von drei Stunden von einer anderen Gruppe vernommen. Weitere, genauere Zeitangaben konnte ich übrigens nur den wenigsten entlocken. Man habe jedenfalls versucht, alle Hürden ordnungsgemäß zu überwinden und die Challenge im Lauftempo durchzuhalten, sofern es, aufgrund der phasenweisen Steilheit, überhaupt noch möglich war.

Generell scheint die Zeitmessung bei dieser Veranstaltung eher eine untergeordnete Rolle zu spielen, denn vielmehr geht es wohl darum, mit Teamgeist und jeder Menge Willensstärke, gemeinsam vom „Challenger zum Finisher“ zu werden!

Gut organisiert

Später traf ich noch auf ein begeistertes Pärchen aus Deutschland, das mir mitteilte, dass sich die lange Anreise jedenfalls gelohnt hatte. „Alles war so gut organisiert! Kann man sich denn schon für das nächste Jahr anmelden?“ Ahnungslos zuckte ich mit den Schultern, auch wenn ich zwischenzeitlich zu hören gemeint habe, dass die Anmeldung für 2022 bereits online angelaufen ist!

Ansteckende Begeisterung

Dann sah ich noch in viele rote, verschwitzte Gesichter. Frauen und Männer, die sich erschöpft mit letzter Kraft ins Ziel schleppten. Einige, die nur noch heim unter die Dusche und dann ab ins Bett wollten! Andere, die noch ein wenig feierten, um ihren Durst zu löschen. Aber egal wie sehr den meisten auch die Anstrengung ins Gesicht geschrieben war, eines hatten sie alle gemeinsam: Diese ansteckende Begeisterung und dieses Grinsen im Gesicht, das ihnen keiner nehmen konnte. Und kurz ließen sie mich an ihrer Freude teilhaben. Ja es war „mega“– und jetzt spüre ich es auch!

Zur Autorin

Als idealen Ausgleich zu ihrer Arbeit hat Passion Author Margit Kainz das Schreiben entdeckt. Kleine Anekdoten und Tipps sind die Spezialität der reisebegeisterten Tirolerin, die sie in ihren Beiträgen auf www.weekend.at serviert.

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