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Camara de Lobos in der Nähe von Funchal, Madeira | Credit: iStock.com/Audrius Venclova
Camara de Lobos in der Nähe von Funchal, Madeira
Camara de Lobos in der Nähe von Funchal, Madeira
iStock.com/Audrius Venclova

Madeira – 10 wissenswerte Fakten

13.01.2024 um 10:00, Artikel von Passion-Autor: Margit Kainz
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In der kalten Jahreszeit zieht es viele Wärmeliebhaber in die Ferne. Die Blumeninsel Madeira eignet sich besonders gut, um Sonne zu tanken!

Schon seit Langem haben RentnerInnen die Insel des ewigen Frühlings als beliebtes Reiseziel zum Überwintern für sich entdeckt. Den Ruf eine Pensionisten-Insel zu sein, trägt Madeira dennoch zu Unrecht. Denn immer mehr Individual- und Pauschaltouristen jeden Alters zieht es das ganze Jahr über auf die kleine Perle inmitten des Atlantiks. Doch was macht Madeira so besonders? Und welchem berühmten Fußballer wurde dort wohl eine drei Meter hohe Statue als Anerkennung gewidmet? Hier sind zehn interessante Fakten über Madeira, die nicht jeder kennt!

Isolierte Lage

Madeira gehört zu Portugal und liegt isoliert mitten im Atlantischen Ozean. Die Luftlinie zum europäischen Festland beträgt stolze 1.000 km, zu Marokko ungefähr 600 km, und die kanarischen Inseln liegen etwa 450 km südlich von Madeira. Die einst vorhandene Fährverbindung nach Portugal wurde vor ungefähr zehn Jahren eingestellt. Seither ist die Insel nur noch per Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff erreichbar!

Funchal von oben | Credit: iStock.com/Balate Dorin
In Funchal genießt man einen strahlenden Sonnenschein

Insel des ewigen Frühlings

Das Klima in Madeira besticht mit angenehmen Temperaturen, die dem Einfluss des Golfstroms zu verdanken sind. Im Hochsommer klettern die Tageshöchsttemperaturen nur selten über 27 Grad, während man im Winter Temperaturen um die 22 Grad genießen kann. Besonders reizvoll präsentiert sich Madeira zur Weihnachtszeit, wenn ab 1. Dezember die Inselhauptstadt Funchal im weihnachtlichen Glanz erstrahlt und man bei Abendtemperaturen, die selten unter 17 Grad sinken, gemütlich am Weihnachtsmarkt flanieren kann.

Steil und kurvenreich

Die 741 km² große Insel lässt sich am besten mit dem Mietauto erkunden. Was man vorher jedoch wissen sollte: Die Straßen sind sehr kurvenreich, manchmal einspurig, und mitunter werden bis zu 32 % (!) Steigung gemessen. Im Vergleich dazu weist die Großglocknerstraße hierzulande an den steilsten Stellen nur maximal 15 % auf.

Klippen von Madeira | Credit: iStock.com/dennisvdw
Madeira hat für Wanderfreunde viel zu bieten

Levadawanderungen

Auf Madeira lässt es sich herrlich wandern! Nicht zuletzt ist die Insel auch für ihre Levadawanderungen bekannt. Doch was sind eigentlich Levadas? Hierbei handelt es sich um künstliche Wasserläufe und Kanäle, die erbaut wurden, um das Wasser vom regenreichen Norden bis in den Süden zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten zu leiten. Die hierfür angelegten Wege entlang dieser Kanäle, die später auch erweitert wurden, bieten heutzutage hervorragende Möglichkeiten, um die vielfältige Landschaft der Insel per Wanderschuh zu entdecken. Egal, ob individuell oder auf einer geführten Tour, hier kommen Wanderfreunde auf ihre Kosten.

Ronaldo Statue

Auf ihn sind sie alle mächtig stolz! Die drei Meter große Bronzestatue zu Ehren von Christiano Ronaldo befindet sich in der Inselhauptstadt in der Nähe des Hafens und ist ein beliebter Fotospot. Der aus Madeira stammende Spitzenfußballer ist zwischenzeitlich nur noch selten persönlich auf der Insel anzutreffen, jedoch wird er immer wieder, insbesondere zur Weihnachtszeit, in der Nähe von Funchal gesichtet. Ob die von Bildhauer Ricardo Veloza erschaffene Statue Ronaldo tatsächlich gerecht wird, liegt im Auge des Betrachters. Machen Sie sich selbst ein Bild. Manch einen Besucher bringt sie beim genaueren Betrachten dann doch etwas zum Schmunzeln.

Ronaldo Statue in Funchal | Credit: Kraft,Uwe / Action Press / picturedesk.com
Ronaldo Statue in Funchal

Kaiser Karl I. von Österreich

Und was hat Österreich eigentlich mit Madeira zu tun? Nicht viel möchte man meinen. Tatsächlich wurde Kaiser Karl I. von Österreich/Ungarn nach der Auflösung des Kaiserreichs im Jahre 1918 ins Exil gezwungen, zuerst in die Schweiz und schließlich nach Madeira, wo er 1921 ankam. Dort residierte er mit seiner Familie in einer Villa, bevor er 1922 an einer Lungenentzündung verstarb. Eine Statue vor der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte in Madeira erinnert an ihn. In dieser Kirche wurde er auch begraben und schließlich im Jahre 2004 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Exotische Pflanzenwelt

Die Blumeninsel Madeira ist für ihre üppige und vielfältige Pflanzenwelt bekannt. Der fruchtbare Vulkanboden und die günstigen Klimabedingungen ermöglichen das Wachstum zahlreicher köstlicher Früchte wie beispielsweise Bananen, Mangos, Orangen, Avocados, Passionsfrüchte, Maracujas oder Papayas. Doch es geht auch noch exotischer: Haben Sie schon einmal etwas von einer Ananasbanane gehört? Nein? Dann besuchen Sie doch einen Markt auf Madeira, und mit etwas Glück wird Ihnen vielleicht eine Kostprobe der grünen länglichen Frucht, die eigentlich gar keiner Banane gleicht, angeboten. Oder wie wäre es mit einer Apfelbanane?

Gärten von Funchal | Credit: iStock.com/pkazmierczak
Tropische Gärten in Funchal

Funchal = Fenchel

Auch die Portugiesen waren von der einzigartigen Vegetation Madeiras begeistert, als sie im 15. Jahrhundert die Insel entdeckten. Da sie jedoch eine Vielzahl der Pflanzen zuvor noch nie gesehen hatten, den dort wachsenden Fenchel aber gleich erkannten, gaben sie der heutigen Inselhauptstadt den Namen Funchal, was übersetzt so viel wie Fenchel bedeutet. Eigentlich ganz einfach, wenn man es weiß, nicht wahr?

Eukalyptus

Und wie kam eigentlich der Eukalyptus nach Madeira, der neben den zahlreichen Lorbeerwäldern auch das Landschaftsbild prägt? Tatsächlich wurde er vor vielen Jahren aus Australien importiert. Mittlerweile ist er jedoch ein wenig zur Plage geworden, da er sich auf der Insel rasch verbreitet und dem Boden zu viel Wasser entzieht. Positiv zu erwähnen sind allerdings die wohlschmeckenden Eukalyptus-Bonbons, die in vielen Geschäften erhältlich sind und gerne als Mitbringsel aus Madeira mit nach Hause genommen werden. Auch der Eukalyptuslikör ist eine besondere Spezialität.

Poncha in Madeira | Credit: iStock.com/anela
Poncha muss man in Madeira probiert haben

Nationalgetränk Poncha

Stark, stärker, Poncha! Dieses traditionelle Getränk aus Madeira besteht aus frischer Orange, Zitrone, einem 50 %igen Rum und Honig. Idealerweise wird es direkt vor dem Gast zubereitet, indem alle Zutaten mit einem speziellen Holzlöffel vermengt werden. Doch wer macht nun den besten Poncha auf Madeira? Darüber scheiden sich die Geister! Geschmacklich gibt es deutliche Unterschiede. Wenn Sie beispielsweise in einem Lokal gefragt werden, ob Sie Ihren Poncha lieber mit Orange oder Zitrone möchten, können Sie davon ausgehen, dass es sich hierbei um eine Fertigmischung handelt, denn das Original enthält immer beide Zutaten.

Auf die Frische, das richtige Mischverhältnis und vielleicht auch die Rührtechnik kommt es an. Bestimmt werden auch Sie die Unterschiede schmecken. Testen Sie sich durch und küren Sie ihren persönlichen Lieblingsponcha! Doch Achtung: Sie sollten trinkfest sein, denn der Poncha hat es wirklich in sich. Na dann, Prost!

Zur Autorin

Als idealen Ausgleich zu ihrer Arbeit hat Passion Author Margit Kainz das Schreiben entdeckt. Kleine Anekdoten und Tipps sind die Spezialität der reisebegeisterten Tirolerin, die sie in ihren Beiträgen auf www.weekend.at serviert.

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