WM-Kader: Deutschland setzt auf Rückkehrer
Das Warten der deutschen Fußballfans hat ein Ende: Bundestrainer Julian Nagelsmann hat am Donnerstag offiziell seinen 26-köpfigen WM-Kader für die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko vorgestellt. Zwölf Jahre nach dem letzten Triumph in Brasilien schickt Deutschland ein hochinteressantes Aufgebot ins Rennen, das eine perfekte Mischung aus hungrigen „Straßenkickern“ und erfahrenen Titelsammlern verkörpern soll. Die größte Überraschung bei dieser Nominierung für das Turnier im Sommer 2026 ist die Rückkehr eines altbekannten Torwart-Titans.
Der komplette DFB-Kader im Überblick
In der Vorrunde trifft die deutsche Nationalmannschaft in den USA auf Curaçao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Folgende 26 Spieler sollen die Gruppenphase meistern:
- Tor: Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim), Manuel Neuer (FC Bayern), Alexander Nübel (VfB Stuttgart)
- Abwehr: Joshua Kimmich (FC Bayern), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt), David Raum (RB Leipzig), Waldemar Anton (Borussia Dortmund), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Jonathan Tah (FC Bayern), Malick Thiaw (Newcastle United)
- Mittelfeld: Jamal Musiala (FC Bayern), Jamie Leweling (VfB Stuttgart), Alexander Pavlovic (FC Bayern), Nadiem Amiri (1. FSV Mainz 05), Leon Goretzka (FC Bayern), Pascal Groß (Brighton & Hove Albion), Lennart Karl (FC Bayern), Felix Nmecha (Borussia Dortmund), Leroy Sané (Galatasaray Istanbul), Angelo Stiller (VfB Stuttgart), Florian Wirtz (FC Liverpool)
- Sturm: Kai Havertz (FC Arsenal), Deniz Undav (VfB Stuttgart), Maximilian Beier (Borussia Dortmund), Nick Woltemade (Newcastle United)
Das große Torwart-Comeback und emotionale Video-Botschaften
Zuvor hatte der DFB die Nominierung auf außergewöhnliche Weise eingeleitet: Im halbstündigen Takt wurden die ersten zwölf WM-Fahrer am Donnerstagmorgen über emotionale Social-Media-Videos gewürdigt. Den Anfang machte Joshua Kimmich, für den seine Ehefrau Lina Kimmich eine rührende Botschaft bereithielt: „Lieber Joshua, alle wissen, dass du ein super Fußballer bist, aber für uns bist du noch viel mehr als das. Du bist mein bester Freund, ein fantastischer Ehemann und ein noch besserer Vater. Wir sind stolz und dankbar, zusammen mit dir eine große Familie bilden zu können. Danke, dass es dich gibt“
— Lina Kimmich
Sportlich sticht vor allem das Comeback von Manuel Neuer heraus, der nach einer Pause wieder im WM-Aufgebot steht. Neben ihm gilt Nadiem Amiri von Mainz 05 als die größte Überraschung im Mittelfeld, nachdem er verletzungsbedingt die letzten Lehrgänge verpasst hatte. Große Stücke hält der Bundestrainer auch auf Deniz Undav, den treffsichersten deutschen Stürmer der abgelaufenen Saison (25 Pflichtspieltore): „Deniz, deine größte Fähigkeit ist es, Straßenkicker zu sein, auf engstem Raum kreative Lösungen in Sekunden zu finden und Torgefahr auszubauen. Du bist ein echter Torjäger“
Auch die Offensiv-Säulen Kai Havertz und Jamal Musiala wurden vom Coach überschwänglich gelobt. Über den verletzungsgeplagten Musiala findet Nagelsmann im DFB-Post auf Instagram ganz besondere Worte: „Deine Bedeutung für diese Truppe ist außergewöhnlich groß. Du kannst Spiele, sogar Turniere, mit wenigen Aktionen mitentscheiden. Du hast eine unglaubliche Gabe, Situationen zu lösen, (…) du hast das Straßenkicker-Gen behalten, das du hast. (…) Du bist ein Spieler, der uns definitiv zu ganz, ganz viel Erfolg verhelfen kann.“
Julian Nagelsmann im O-Ton: „Eine Truppe, die sich gefunden hat“
Bei der offiziellen Vorstellung des gesamten Aufgebots zog der Bundestrainer ein rundum positives Fazit über die finale Auswahl der 26 Akteure und betonte die außergewöhnliche mannschaftliche Geschlossenheit, die sich in der Qualifikationsphase entwickelt hat:„Diese 26 sind das beste Team für uns und verkörpern am besten den deutschen Fußball. Sie sind in der Lage, ein tolles Turnier zu spielen. Es ist eine Truppe, die sich über die letzten drei Jahre gefunden hat und schon als Team zusammengewachsen ist. Das ist ein Punkt, der das Zusammenarbeiten mit der Mannschaft angenehm macht. In den letzten Jahren hat immer die Mannschaft die Weltmeisterschaft gewonnen, bei der die Verbindung der einzelnen Spieler gepasst hat. Wir sind sehr froh, dass wir die 26 ausgewählt haben.“
Quartier und Vorrunde: Lange Wege in den USA
Während der Weltmeisterschaft wird der DFB-Tross sein Quartier in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina beziehen. Die Herausforderungen abseits des Platzes werden jedoch die enormen Reisedistanzen. Die drei Vorrundenspielorte liegen weit auseinander: Bis nach Houston müssen ca. 1.600 Kilometer Luftlinie überbrückt werden, nach Toronto sind es rund 800 Kilometer und zum Spielort New York etwa 700 Kilometer.