Österreichs außergewöhnlichste Sport-Rekorde

Franz Müllner: The Austrian Rock

Der Extremkraftsportler scheint Weltrekorde zu sammeln, immer wieder wagt er skurrile Versuche – das hat ihm bereits über 30 Einträge ins Guinness-World-Records-Buch beschert. Der Lungauer setzte sich zum Beispiel dem Feuerstrahl einer Jet-Turbine aus, ließ einen Helikopter auf seinen Schultern landen oder rollte Autos durch die Gegend. Besonders beeindruckend ist sein Weltrekord aus dem Jahr 2019: Der „Strongman“ zog den 6,2 Tonnen schweren Wagon der Salzburger Festungsbahn zehn Meter den Berg hinauf – mit bloßer Muskelkraft!

Stefanie Millinger: Das Muskelpaket

Die nur 1,54 Meter große Salzburgerin ist für ihre spektakulären Stunts in luftigen Höhen bekannt – ihre Kraft, Beweglichkeit und Körperbeherrschung stellt die Extremsportlerin immer wieder aufs Neue unter Beweis. 2020 schaffte sie es schließlich auch ins Guinness-World-Records-Buch: 342-Mal in Folge absolvierte sie den kräftezerrenden „Schweizer Handstand“ – und zwar ohne, dass ihre Füße auch nur ein einziges Mal den Fußboden berührten. Als wäre das noch nicht genug, überbot sie sich kurze Zeit später selbst und legte 402 Wiederholung hin. 2021 gelang Stefanie Millinger eine weitere Meisterleistung: 5 Minuten und 15 Sekunden lang hielt sie die „L-Sit-Position“ – so lange hat es vor ihr offiziell noch niemand geschafft.  

Fritz Strobl: König der Streif

1997 fuhr der Osttiroler nicht nur die Goldmedaille auf der berühmt-berüchtigten Skipiste in Kitzbühel ein, sondern auch den bis heute ungebrochenen Streckenrekord. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 107 km/h und in fantastischen 1:51,58 Minuten bezwang Fritz „the Cat“ Strobl die gefährlichste Abfahrt der Welt – und ist damit seit über 20 Jahren ungeschlagen.

Christoph Strasser: 24 Stunden radeln

Am Fliegerhorst in Zeltweg schrieb der Steirer Ultraradfahrer und 6-fache Race-Across-America-Sieger jüngst Sportgeschichte: Im Juli 2021 gelang es ihm als ersten Menschen über 1.000 Kilometer binnen 24 Stunden auf dem Fahrrad zurückzulegen. Exakt waren es 1026,215 Kilometer, der 38-Jährige fuhr dabei mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 42,75 km/h. Zum Vergleich: Das entspricht in etwa der Strecke von Wien nach Kopenhagen (Dänemark).

Christoph Strasser: 24 Stunden auf dem Rad | Credit: Juerg Christandl / KURIER / picturedesk.com

Elena Sofie Sterlini: Twerking-Queen

Salopp erklärt ist „Twerking“ ein in der Hip Hop-Szene weit verbreiteter Tanzstil, bei dem das Popo-Wackeln im Zentrum der Performance steht. Klingt auf Anhieb nicht sonderlich weltrekordverdächtig. Hält man das allerdings zwei Stunden und eine Minute lang nonstop durch, dann ist das definitiv ein erwähnenswerter Rekord. Genau das gelang der Wienerin Elena Sofie Sterlini 2018 und katapultierte sie geradewegs ins Guinness-World-Records-Buch.

Christian Stangl: Der Skyrunner

Der Alpinist stand 2013 als erster Mensch auf allen Triple Seven Summits-Gipfeln, also auf den drei höchsten Bergen aller sieben Kontinente. Mit seinem Projekt „sea to summit“ sicherte er sich ebenfalls einen Eintrag ins Guinness-World-Records-Buch: Für den schnellsten Aufstieg vom Meer zum Gipfel des 8.000ers Kangchenjungas im Himalajagebirge brauchte der Steirer nur 76 Tage. Stangl startete am Golf von Bengalen (Indischer Ozean), radelte durch Indien und wanderte anschließend von Nepal aus ohne Flaschensauerstoff auf den Berg.

Peter Wörgötter und Sepp Millinger: Erste Skiabfahrt von einem 8.000er

Der Saalfeldner Peter Wörgötter und der Waidringer Sepp Millinger († 1984) waren die ersten Menschen, die am 19. Mai 1981 mit Skiern einen Achttausender hinunterfuhren, den 8.163 Meter hohen Manaslu in Nepal. Dabei legten die beiden Alpin-Legenden 4.000 Höhenmeter bis ins Basislager zurück und landeten im Guinness-World-Records-Buch.

Manaslu in Nepal | Credit: iStock.com/poisk2111

Josef Köberl: Ice Ice Baby

2020 überbot der steierische Eismann seinen eigenen Weltrekord in der Eisbox: 2 Stunden, 30 Minuten und 53 Sekunden harrte er in der Kälte aus. Nur wenige Monate später schnappte ihm ein Franzose den Rekord weg. Dann muss eben ein neuer her, dachte sich womöglich Josef Köbler. Die angepeilte Eismeile (= Schwimmstrecke von 1.609,3 Metern bei 5 °C und weniger) im Gletscherschwimmen schafft er zwar nicht, nach 38 Minuten und 32 Sekunden im bitterkalten Wasser der Gletscherspalte gab er auf. Ein Rekord wurde es aber trotzdem. Niemand zuvor schaffte im Süßwasser offiziell eine Schwimm-Distanz von 1.511,5 Metern bei -0,23 °C.

Thomas Spöttl, Yannick Loerwald und Justin Kroppa: Extrem-Balancieren

Die drei Vorarlberger stellten im September 2021 in Brand (Vorarlberg) einen Highline-Weltrekord auf. In 200 Metern Höhe balancierte das Trio 65 Meter weit über eine Slackline, die nur zwischen zwei Seilbahn-Gondeln ohne Fixpunkte befestigt war.

Jonathan Oberlerchner: Einrad-Profi

Der Klagenfurter radelte 2015 jonglierend mit seinem „Ultimate Wheel“, ein Einrad ohne Sattel, eine Strecke von 1,3 Kilometer – und damit schnurstracks ins Guinness World Rekord-Buch.

Autor: Simone Reitmeier, 27.10.2021