Sturm macht schwere Fehler: Ingolitsch wütet nach 3:1
Rapid Wien hat im Bundesliga-Schlager gegen Sturm Graz die passende Antwort auf das bittere Europacup-Aus gegeben. Die Hütteldorfer setzten sich am Sonntag vor 24.689 Zuschauern im Allianz Stadion mit 3:1 durch und feierten damit den vierten Sieg im vierten Ligaspiel. Yusuf Demir, Marco Tilio und Petter Nosa Dahl trafen für Grün-Weiß, Belmin Beganovic erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich für Sturm. Rapid übernimmt damit wieder die Tabellenführung.
Drei Tore in turbulenter Anfangsphase
Die Partie begann spektakulär. Bereits nach wenigen Minuten kam Moulaye Haidara nach einem Laufduell mit Jürgen Heil im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Stefan Ebner entschied auf Elfmeter. Nach einem längeren VAR-Check blieb die Entscheidung bestehen, Yusuf Demir verwandelte sicher zum 1:0.
Sturm ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Praktisch im Gegenzug kombinierte sich der Vizemeister sehenswert nach vorne, Belmin Beganovic traf in der 10. Minute zum 1:1.
Nur sieben Minuten später schlug Rapid erneut zu. Nach einem Ballverlust von Jacob Peter Hödl gewann Marco Tilio den Ball, wurde von Tonni Adamsen bedient und schob überlegt ins lange Eck ein. Damit führte Rapid nach einer turbulenten Anfangsphase mit 2:1.
Dahl macht spät alles klar
Danach entwickelte sich ein intensiver Schlagabtausch. Sturm kam nach der Pause besser ins Spiel und suchte vor allem aus der Distanz den Abschluss. Rapid musste einige Druckphasen überstehen, fing sich mit Fortdauer der Partie aber wieder.
In der Schlussphase verpassten die Hütteldorfer zunächst knapp das 3:1, ehe Joker Petter Nosa Dahl in der 86. Minute die Entscheidung herbeiführte. Nach einer starken Einzelaktion traf der Norweger überlegt ins lange Eck.
Für Sturm wurde der Abend kurz vor Schluss noch bitterer. Abwehrchef Albert Vallci sah in der 90. Minute nach einer Notbremse gegen Ercan Kara die Rote Karte. Rapid brachte den 3:1-Erfolg danach souverän über die Zeit.
Thorup lobt Rapids Charakter
Für Rapid war der Sieg auch eine Reaktion auf das dramatische Ausscheiden gegen Heart of Midlothian in der Conference-League-Qualifikation. Trainer Johannes Hoff Thorup zeigte sich deshalb vor allem mit der Mentalität seiner Mannschaft zufrieden.
Die Hütteldorfer hätten nach dem Rückschlag unter der Woche Charakter bewiesen. Den aktuellen ersten Tabellenplatz will der Däne allerdings noch nicht überbewerten. Entscheidend seien für ihn vielmehr die Leistungen und die Entwicklung der Mannschaft.
Thorup betonte zudem, dass Rapid mittlerweile auf einem höheren Niveau spiele als noch in der vergangenen Saison. Vier Siege aus vier Ligaspielen unterstreichen den starken Saisonstart. Aufgrund der besseren Tordifferenz liegt Rapid aktuell vor dem ebenfalls makellosen LASK.
Ingolitsch hadert mit Eigenfehlern
Ganz anders war die Stimmung bei Sturm. Trainer Fabio Ingolitsch sprach von einer sehr bitteren Niederlage und kritisierte vor allem die Fehler seiner eigenen Mannschaft.
Bei allen drei Gegentreffern habe Sturm selbst entscheidend mitgeholfen. Besonders beim Spielaufbau und nach Ballgewinnen leisteten sich die Grazer zu viele unnötige Ballverluste. Ingolitsch bezeichnete die Partie grundsätzlich als ausgeglichen, sah den entscheidenden Unterschied aber in der Fehlerquote.
Mit der Aussage, Sturm habe sich letztlich selbst geschlagen, brachte der Trainer seinen Frust auf den Punkt. Gleichzeitig endete damit eine starke Serie: Die Grazer waren zuvor saisonübergreifend 17 Bundesliga-Spiele in Folge ungeschlagen geblieben.
Rapid wartet bereits die nächste große Aufgabe. Am Mittwoch steht das Nachtragsspiel auswärts gegen Salzburg auf dem Programm. Dort könnte Grün-Weiß seinen perfekten Ligastart weiter ausbauen.